992: MATERIALISMUSSTREIT – (OEST, J. H.),

Streitschriften über die Schlüsse eines Materialisten in den Bremischen Wochenblättern zum Nutzen und Vergnügen. 3 Tle. in einem Bd. (Neustadt-Gödens), o. Dr., 1754. 16, 48, 96 S. Pp. d. Zt. (Rücken erneuert, etw. fleckig und bestoßen). (121)
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Holzmann/Bohatta IV, 3944. Jöcher/Adelung/Rotermund V, 989, 6. Hamberger/Meusel V, 508. – Enthalten jeweils mit separatem Titel und eigener Paginierung: "Schreiben an Doris über die Schlüsse eines Materialisten" und "Ditton und Oest über den Materialismus". – Über den weltweiten Katalog in öffentlichen Bibliotheken nur zwei Exemplare in Erlangen und München nachweisbar. – Johann Heinrich Oest (1727-1777) zunächst Dichter, später Prediger und zeitweise religiöser Freigeist und mit Predigtverbot belegt, behauptete "den Materialismus der menschlichen Seele mit vieler Freimüthigkeit, er wurde darüber heftig angegriffen, und sah sich genöthigt, sich nach Neustadt-Gödens in Ostfriesland zu begeben, wo er sich gegen seine Gegner vertheidigte" (Jöcher/Adelung/Rotermund V, 988). Aus dieser Zeit und Lebensphase stammen Oests Streitschriften, in denen er sich mit Bayle, Hobbes, Montaigne, Spinoza und verschiedenen seiner zeitgenössischen Gegner auseinandersetzt. – Innengelenk etw. angeplatzt, unten knapp beschnitten (Bogennormen tls. angeschnitten), etw. fleckig.