981: KORAN – Gedruckter Koran (Lithographie) in der Art einer Handschrift.

O. O., Dr. und J. (Osmanisches Reich, zweite Hälfte d. 19. Jhdts.) Mit 2 altkolor. doppelseit. Titelbordüren sowie goldgehöhten Textrahmen, Surenüberschriften, Dschus-Zeichen und Verstrennern. 289 nn. Bl. Läd. rotes Ldr. d. Zt. (2)
Schätzpreis: 250,- €
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Ergebnis: 330,- €

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Interessantes Beispiel für einen frühen gedruckten osmanischen Koran, der in seiner äußeren Erscheinung noch ganz an das Vorbild der üblichen Handschriften angeglichen ist. Tatsächlich erkennt man den Druck erst auf den zweiten Blick, das leicht geglättete Papier, die Textrahmen, der übliche Buchschmuck, hier auch von Hand koloriert und durch Vergoldung gehöht, einschließlich zweier prächtiger ‘Unwan-Doppelseiten, entspricht noch ganz dem Vorbild der Manuskripte. Hintergrund dafür dürfte das noch lange wirksame Verbot gewesen sein, den Koran im Druck zu reproduzieren. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam jedoch im Zuge des Bevölkerungswachstums das Befürnis auf, größere Mengen von Koranen herzustellen, was den Einsatz von Druckverfahren unumgänglich machte. Das vorliegende Beispiel dokumentiert sehr anschaulich den Übergang von der Handschrift zum Druck. – Buchblock gebrochen, stellenw. mit Randläsuren und größeren Einrissen sowie gebräunt und fleckig, Gebrauchsspuren.