98: BRAUNSCHWEIG – KRAUSE – SAMMLUNG

Zus. ca. 100 Dokumente und Schriftstücke mit zus. ca. 1000 S., darunter ca. 40 Testamente (Originale und beglaubigte Abschriften) von Dietrich Wilhelm Krause und seinen Erben. Anfang 19. Jhdt. bis ca. 1940. Meist Fol. – Mit vielen Lack – oder papiergedeckten Siegeln. (113)
Schätzpreis: 1.000,- €
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Der begüterte Getreide – und Hopfenhändler Dietrich Wilhelm Krause (1773-1845) war eine bedeutende Persönlichkeit der Stadt Braunschweig. Sein Wohnsitz, die ab 1805 durch den herzoglichen Baumeister Peter Joseph Krahe errichtete "Villa Salve Hospes", spielte eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt. Auch brachte der Mäzen hier seine umfangreiche Kunstsammlung unter. Erbin der Villa war die Adoptivtochter Johanna Helene Sand (1816-1866), ein Findelkind unbekannter Herkunft. Sie heiratete den Offizier Hermann Hollandt (1810-1890), der die Gemäldegalerie noch bedeutend erweiterte; nach ihm erhielt der zugehörige Park den Namen "Hollandtsgarten". Weitere Erben waren die Tochter Marie (1846-1921), verheiratete Hörstel, und deren Sohn Eberhard Hörstel (1870-1932), der das Anwesen schließlich 1927 an die Stadt Braunschweig verkaufte.

Hauptbestandteil der Sammlung sind die oft jährlich erneuerten Testamente, teils in versiegelten und noch ungeöffneten Umschlägen, als ältestes darunter auch das Testament des Senators Konrad Wilhelm Krause, der seinen Sohn Dietrich Wilhelm zum alleinigen Erben einsetzt, datiert 10. 6. 1802. – Enthalten sind weitere Dokumente zur Familiengeschichte, wie Geburts – und Sterbebriefe, Ehebewilligungen, Vollmachten und Erbscheine, Küchenzettel für ein festliches Diner oder ein kalligraphierter Dankesbrief der Kommission des Sängerfestes von 1856 an den Major Hollandt in einer Seidenmoirémappe; ferner briefliche Korrespondenz der Familie Hörstel mit der Herzogin von Cumberland (meist 1914) sowie einige Wappenentwürfe für die Familien Hörstel, Krahe und Hollandt aus der Zeit um 1940. – Unterschiedliche Altersspuren.