944: CLASING, J. H.,

Belsazar(.) Oratorium(,) gedichtet vom Dr. und Professor B. Wolff, in Musik gesetzt und dem hohen Senate seiner Vaterstadt Hamburg in tiefer Verehrung gewidmet. Vollständiger Clavier-Auszug. Hamburg, Cranz, o. J. und Plattennr. (1825). Qu.-Fol. 2 Bl., 141 S. (Titel, Subskribenten – und Personenverzeichnis sowie Notentext, alles gestochen). Beschäd. Brosch. d. Zt. (Vorderdeckel fehlt). (70)
Schätzpreis: 200,- €
Nachverkaufspreis: 100,- €

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Einzige Ausgabe. – Ein interessantes Beispiel für die Händel-Rezeption im frühen 19. Jahrhundert, die sich in den 1820er Jahren als eine Welle der Begeisterung für seine Oratorien darstellte. Davon zeugen zahllose Bearbeitungen und Wiederaufführungen der Originalwerke, aber auch neuentstandene Kompositionen im Geiste des großen Vorbilds. Der "Belsazar" des Hamburger Komponisten Johann Hermann Clasing (1779-1829), eines Reicha-Schülers, der 1819 gemeinsam mit Louise Reichardt einen Chorverein gegründet hat, der sich für die Pflege der Werke Georg Friedrich Händels einsetzte, ist dafür ein anschauliches Zeugnis, bis hin zur direkten Nachahmung des Händelschen Stils. Kurt Stephenson erkennt immerhin an, daß unter den Kompositionen Clasings, der "über das unsichere Brot eines privaten Kl(avier)-Lehrers nie hinausgekommen" sei, das Oratorium Belsazar Beachtung verdiene. Immerhin habe er die "Grundlagen für die hamburgische Musikpflege im 19. J(ahr)h(undert) mitgeschaffen" und erwähnt, daß seine "Eingriffe in G. Fr. Händels Instrumentation … als zeitgemäß gerühmt" wurden (MGG XV, 1504). – Etw. gebräunt und fleckig, Gebrauchsspuren.