84: SOPHIA MARGARETHA,

Markgräfin von Brandenburg-Ansbach (1634-1664). E. Brief mit e. U. Nicht dat. Wohl Stuttgart, bald nach 1651. Fol. 3 S. – Doppelblatt. (19)
Schätzpreis: 600,- €
Ergebnis: 300,- €


Umfangreiches privates Schreiben an ihren Gemahl, den Markgrafen Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1620-1667). – Sophia Margaretha war die zweite Gemahlin des Markgrafen, den sie 1651 ehelichte, also im zarten Alter von 17 Jahren. In der Anrede spricht sie ihren Mann mit "Durchleuchtigster Fürst" an, im Text jedoch nennt sie ihn zärtlich immer wieder "Mein Engel". Sie berichtet von einer Jagd, bei der Herzog Ulrich zwei Hirsche geschossen habe. Gemeint ist damit zweifellos Ulrich, Herzog von Württemberg-Neuenburg (1617-1671). Ferner wird in dem umfangreichen Brief die "Pfalzgräffin von Bißwiller", erwähnt, also Maria Johanna von Helfenstein-Wiesensteig, die zweite Gemahlin von Pfalzgraf Christian I. von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler (1598-1654).

Sophia Margaretha hielt sich wohl einige Zeit in Stuttgart auf. Der Brief zeugt von dem innigen Verhältnis der jungen Frau zu ihrem Ehemann, den sie mehrfach dringlich einlädt, doch auch nach Stuttgart zu kommen. Außerdem berichtet sie in deutlichen Worten vom Verhalten des Herzogs: "… der Herzog hat die selbe Nacht bey mir geßen und ist die gantze Nacht biß an helen Tag auffgebliben und gespilt kan nicht gnug schreiben wie lustig er geweßen hatt Meins Engeles Gesundtheit wohl 20 mahl getruncken ist gantz fohl worden und ziemlich gegen mir rauß gangen welches sich nicht alles schreiben lest …" – Über die Pfalzgräfin erzählt sie:"… man sagett sie trag sich so galantt und biß an die Schultern bloß der Herzoch ist noch kein mall bey Ihr gewest und hatt ihr auch nicht gesücket sie saget sie moht wüßen waß er für ein Affen gefrößen hatt an uns". – Eine Transkription liegt bei. – Mit Faltspuren, Randschäden und etw. fleckig.