83: ZEPPELIN – MANZELL – "BAUGESUCH

zur Herstellung eines Bauschuppens bei der Montirungshalle in Manzell. Sr. Exz. des Grafen F. von Zeppelin" (Deckeltitel). Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Friedrichshafen, März bis Mai 1908. Fol. (32,3 x 21 cm). 4 Baupläne in Hektographie (davon einer doppelblattgr.), von Hand aquarelliert. Broschur d. Zt. (beschäd., starke Gebrauchsspuren). (39)
Schätzpreis: 400,- €
Nachverkaufspreis: 200,- €

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Trotz der sehr schlechten Erhaltung ein aufschlußreiches Dokument vom Ursprungsort der Zeppelin-Luftschiffahrt, Manzell am Bodensee, das der Heimathafen in der Pionierzeit des Zeppelin-Konzerns gewesen ist. Da die Schiffe über dem Wasser gebaut und von der Oberfläche aus gestartet worden sind, mußte das Firmengelände direkt am Bodenseeufer liegen, die "Montirungshalle" teils auch schwimmend auf dem Wasser. Der eigentliche Bauantrag bezieht sich zwar nur auf ein Nebengebäude, eine Werkstatthalle von 30 Metern Länge, doch ist das Dokument vor allem deshalb aufschlußreich, weil es die Situation des gesamten Firmengeländes zu Beginn des Jahres 1908 aufzeigt. In dieser Zeit baute Zeppelin gerade an dem Luftschiff LZ 4, das in der Lage sein sollte, eine 24-Stunden-Fahrt zu absolvieren. Daher mußte es deutlich größer werden als seine Vorgänger. Wahrscheinlich hat die Verlängerung des Rumpfes gegenüber dem Luftschiff LZ 3 von 126 auf 149 Meter dazu geführt, daß in der großen Montagehalle nicht mehr genügend Platz für die Werkstattarbeiten geblieben ist, so daß man sich entschloß, in unmittelbarer Nähe der Halle, etwa 20 Meter vom Seeufer entfernt, ein Werkstattgebäude neu zu errichten. Ein doppelblattgroßer Lageplan zeigt die gesamte bauliche Situation der Firmenanlage dieser Zeit mit erstaunlich kleinen Büro – und anderen Werksgebäuden, von der Landseite her umgeben von königlichem Besitz. Der Neubau an sich ist ein auf Stelzen stehendes, schlichtes eingeschossiges Gebäude mit Satteldach. Die Baugenehmigungen erfolgten vom Königlich Württembergischen Oberamt Tettnang (mit Stempel und Bemerkungen sowie Datierung Tettnang, 30. 5. 1908). Die Pläne waren von Zeppelins Chef-Konstrukteur Ludwig Dürr Anfang März 1908 gefertigt worden, eingereicht wurden sie durch Zeppelins Sekretär Ernst Uhland am 6. April des Jahres. Dazu wurden die ursprünglichen Zeichnungen Dürrs reproduziert und neu aquarelliert (der handschriftliche Vermerk Dürrs ist ebenfalls reproduziert, die Signatur Uhlands mit Stempel sowie die amtlichen Genehmigungen dagegen original). – Starke Gebrauchsspuren, darunter großer Ausbruch der oberen rechten Ecke, tls. mit Bildverlust infolge von Wassereinwirkung, sowie einige Schäden und Bräunung im Bug, ebenfalls durch Feuchtigkeit; gelocht, fleckig und gebräunt.