777: AUBECQ, P.,

(d. i.:) A. Lindner, Die Barrisons. Ein Kunsttraum. Zum Kapitel: Zeitsatire. Aus dem Manuskript übers. und eingeleitet von A. Lindner. 2. Aufl. Berlin, Schuster & Löffler, 1897. Mit 5 Farbtafeln und Buchschmuck von Th. Th. Heine u. a. 134 S., 5 Bl. Hellbraunes Kalbldr. mit Ornamentpr. in Dunkelbraun, Türkis und Gold auf dem Rücken und beiden Deckeln sowie auf dem Vorderdeckel rötlich, auf dem hinteren hell- und mittelbraun eingefärbten Schlangenleder-Intarsien in der Mitte, monogrammiert "PK" (gering berieben), mit eingeb. Deckel des illustr. Orig.-Umschl., in Kassette aus rotem und türkisfarbenen Maroquin mit Goldpr., signiert "NIE" (leicht berieben und bestoßen). (53)
Schätzpreis: 350,- €
Ergebnis: 1.900,- €


Hayn/Gotendorf VII, 534. Stilkunst um 1900, Kat. Berlin 1972, 308. – Vgl. Holzmann/Bohatta, Pseudonymen-Lexikon, 20. – Kosch IX, 1477. – Frühe buchillustratorische Arbeit von Thomas Theodor Heine, mit weiteren Illustrationen und Vignetten von und nach F. Valloton, H. Rauchinger, E. R. Weiss u. a., ferner Abbildungen nach Plakaten. – Der Lyriker und Essayist Anton Lindner, der sich auf dem Titel als Übersetzer nennt, seine Autorschaft aber hinter dem französischen Pseudonym verbirgt, stand dem "Wiener Dichterkreis" nahe. Im Mittelpunkt des kunstsatirischen Werks stehen die "Barrison Sisters", eine in Amerika und Europa zeitweise populäre Vaudevilletruppe. – Minimal gebräunt. – Der ornamental gestaltete Meistereinband im Stil des Art déco in einer sicherlich von einem anderen Buchbinder, aber wohl zeitlich nah geschaffenen Kassette, mittels kleiner, ornamental angeordneter Kreise in zurückhaltender Eleganz verziert.