77: KAMMAVACA-HANDSCHRIFT –

16 Lackblätter. Burma, um 1900. 55 x 10,5 cm. Schrift in schwarzem Lack vor Fond in Rot und Gold. 5 Zln. Zwischen zwei rot lackierten Holzdeckeln mit vg. Dekor und Bohrung für die Schnur (Schnur nicht erhalten, Vergoldung leicht berieben). (168)
Schätzpreis: 300,- €
Ergebnis: 150,- €


In Pali abgefaßte Ordinationshandschrift in der stark stilisierten Tamarindensamenschrift. – Solche Handschriften wurden als Geschenk für Familienmitglieder zum Eintritt in ein buddhistisches Kloster angefertigt. Sie beinhalten jene Passagen aus dem Tipitaka, die sich dem Leben und den Regeln im Kloster widmen. Einige der beidseitig beschriebenen Paneele sind dekoriert mit Vögeln, Gänsen oder Schwänen, die in der indischen Mythologie weit verbreitet sind (in Sanskrit ist dieser Vogel als hamsa bekannt). – Je zwei kleine Löcher in den Paneelen waren für Bambusstöckchen vorgesehen, die die Schrift zusammenhielten. Ein Bohrloch führt auch durch die Deckel. Die Deckel sind innen schlicht rot gestrichen, die Außenseiten zeigen einen Rosettenfries mit Palmblättern, auf einer Seite mit Lotusblüten im Zentrum. – Mit Verlusten im Schriftbild und im Dekor an den Kanten, leicht beschabt und mit Oxydationsspuren. – Ohne das eine Kammavaca-Handschrift üblicherweise umgebende Tuch und die Kassette.