712: BAYERN – MAX EMANUEL – FORTITUDO LEONINA

in utraque fortuna Maximiliani Emmanuelis. Regensburg, J. Gastl, 1715. Fol. Mit gestoch. Titel von F. I. Spätt nach C. D. Asam, 13 gestoch. Portrs. nach Asam, gefalt. Kupfertafel von A. M. Wolffgang und J. A. Corvinus nach Asam, 40 runden emblematischen Textkupfern, 25 halbseitigen Textkupfern von E. Remshart nach Asam und 2 gestoch. Stammtafeln von G. Bodenehr. 15 Bl., 232, 124 S. Hldr. d. Zt. (Kapital etw. verbogen, Bezug mit Fehlstellen, leicht bestoßen). (11)
Schätzpreis: 500,- €


FdF 1853. – Vgl. für die Ausgabe mit Münchner Firmierung: Pfister I, 685. Maillinger I, 834. Lentner 847. Lipperheide Da 32. Landwehr 194 (nennt als einziger eine zusätzliche Tafel von Harrewyn). Praz II, 98. – Unser Exemplar mit dem selteneren Drucktitel "Descriptio historica utriusque fortunae Maximiliani Emmanuelis". – Eines der schönsten Bücher des Münchener Barock, verfaßt von einem anonymen Jesuitencollegium zur Wiedereinsetzung Max Emanuels 1714. – "Mit diesem Prachtwerke, worin historische Darstellungen mit Oden und epischen Gedichten wechseln, haben die Jesuiten der oberdeutschen Provinz die Rückkehr Max Emanuels gefeiert … und in der Zeichnung seines Lebensbildes hat die höfische Schmeichelei den Gipfel erstiegen" (Riezler VIII, 627). – Die prachtvolle doppelblattgroße Tafel zeigt die Westfassade der Münchner Residenz mit dem nicht ausgeführten Reiterstandbild des Kurfürsten, daneben eine Tafel mit kleinen Ansichten der Kollegien Amberg, Burghausen, Ingolstadt, Landshut, Landsberg, München, Mindelheim, Straubing, Öttingen, Regensburg, Biburg und Ebersberg. Die großen Kupfer im zweiten Teil zeigen, eingefaßt von reichem Zierwerk und Schriftbändern, meist Schlachten des Kurfürsten und Sternbilderdarstellungen, teilweise mit kleinen Stadtansichten von Wien, Ingolstadt, Gran, Buda, Venedig, Belgrad und Namur. – Block leicht angebrochen, der erste Teil oben mit Feuchtigkeitsschaden (gestochener Titel, Drucktitel und die beiden Stammtafeln oben mit kleiner Fehlstelle), sonst nur gering fleckig, im zweiten Teil S. 45/46 mit alt hinterlegtem Einriß und S. 61-72 im Fußsteg mit kleiner Wurmspur, ebenso das Porträt der Therese Kunigunde (minimaler Bildverlust).