67: BAD KREUZNACH – TAGEBUCH DES ARZTES ALBERT FOUQUET –

Deutsche Handschriften auf Papier. 3 Bde. Dat. Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz), 1. 1. 1867 – 31. 7. 1868, 1. 8. 1868 – 15. 10. 1870 und 16. 10. 1870 – 18. 6. 1871. 4º. 92; 92; 66 Bl. (davon am Ende 46 weiß). Hlwd. d. Zt. (beschabt und etw. bestoßen). (82)
Schätzpreis: 300,- €
Ergebnis: 150,- €


Als Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer approbiert, ließ sich Albert Fouquet, der vorher als Stabsarzt bei dem Landwehr-Bataillon in Warendorf gewirkt hatte, 1855 in Kreuznach nieder (Amtsblatt der königl. Regierung zu Coblenz 1855, S. 418; Lebensdaten konnten wir nicht ermitteln). Seine kleine Schrift "Ueber Hautkrankheiten und deren Behandlung im Bade Creuznach", zuerst 1861 gedruckt und in umgearbeiteten Ausgaben erneut 1865 und 1870 erschienen, wurde in der Fachwelt positiv aufgenommen (vgl. dazu besonders Archiv für Balneologie, Bd. I, 1862, S. 141-149).

Die täglichen Aufzeichnungen in leserlicher Kurrentschrift reichen in unseren drei Bänden vom Januar 1867 bis Mitte Juni 1871. Sie geben Aufschluß über das familiäre und gesellschaftliche Leben des Arztes zu Beginn der Industrialisierung in der pfälzischen Kurstadt. Neben Krankenbesuchen gehörten Spaziergänge, oft in Begleitung von Frau und Kindern, zum geordneten Tagesablauf. Ziele waren dabei häufig die Salinenbrücke oder Besuche in Gasthäusern. Den Tag beschloß Fouquet oft mit Kartenspielen, beim Billard oder mit "Plaudereien" in der Freimaurerloge. Aufregungen bedeuteten etwa die Kunde vom Bau neuer Bahnstrecken oder die Androhung der Exkommunikation wegen Mitgliedschaft in der Loge. – Leichte Altersspuren.

Beiliegt ein Büchlein, in dem die Mutter des Mathematikers Ludwig Georg Bieberbach (1886-1982) die Fortschritte in der Entwicklung des Kindes in den ersten Lebensjahren festhielt.