65: BAYERN – "MEIN AUFENTHALT IN BAIERN".

Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Innsbruck, 29. 11. 1849. 4º. 108 S., 2 weiße Bl. Lose Lagen ohne Einband. (165)
Schätzpreis: 800,- €
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Ergebnis: 800,- €

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Ausführlicher Bericht über die Reise eines Studenten aus Innsbruck mit einem "Zögling" im "Sommer des Jahres 1849" nach München und weiter nach Landshut, Schloß Niederhatzkofen und Regensburg. – Ein Fragment von Auszügen "aus meinem Tagebuch" zu der gleichen Reise wurde in unserer Auktion 69 (Los 47) versteigert. Es brach jedoch mit der Abreise nach Landshut ab. Hier liegt eine ähnliche Fassung des Reiseberichtes vor, die der Verfasser "seinen Brüdern und Freunden" widmet, ebenfalls mit einem vorangestellten Sonett. – Das Manuskript ist in sauberer Kurrentschrift geschrieben, weist einzelne Korrekturen und Einfügungen auf und ist mit zwei eingelegten Blättern mit Ergänzungen zum Inhalt versehen. Unvermittelt bricht die Erzählung im oberen Teil der letzten Seite ab.

Einleitend erwähnt der Student wiederum seine Vorbildung, die Erweckung der Liebe zur Kunst durch den "Domcapitularen v. Tschidrer in Trient", eine länger zurückliegende Reise nach Brescia und Verona und schließlich seine Anstellung im Hause "Plawen". Ebenso ausführlich erzählt er wieder von der Reise mit den Besichtigungen in München, immer mit dem 1841 erschienenen Führer "Münchens vorzüglichste öffentliche Kunstschätze" von Wilhelm Füssli zur Hand. Auch findet sich wieder eine begeisterte Schilderung über den Besuch im Atelier von Wilhelm Kaulbach, die Bewunderung des Basars an der Ludwigstraße, die Kritik an der Münchner Kaffeekultur, einschließlich des Kaffeehauses Tambosi – "das zweitbeste in München" – und die Tour durch die Münchner Wirtshäuser mit anderen Tiroler Studenten.

Es folgt die Reise über Landshut, wo der Student mit seinem Zögling beim "Drexelmayr, einem anständigen Gasthause", absteigt und die Martinskirche und die Burg Trausnitz besichtigt. Erst am Nachmittag erfolgt der Aufbruch zu Fuß zu dem eigentlichen Ziel, dem Schloß Niederhatzkofen (heute zur Stadt Rottenburg an der Laaber gehörig), damals im Besitz der Familie Vacchieri. Hier macht der Verfasser bittere "Beobachtungen über das niederbairische Land u. Volk". So schreibt er etwa: "Ich habe immer den Tiroler für das non plus ultra des Conservatismus gehalten, doch übertrifft ihn der niederbaierische Bauer noch weit." Von Schloß Niederhatzkofen aus erfolgen Ausflüge in die benachbarten Ortschaften: "Die Dörfer gehören gerade nicht zu den schönsten." Weiter geht die Reise nach Regensburg in Begleitung von Frau von Vacchieri und ihrer Tochter Josephine, einschließlich einer Besichtigung der Befreiungshalle bei Kelheim. Der Bericht bricht an der Stelle ab, als der Student im Begriff ist, mit einem Bekannten aus Innsbruck zur Besichtigung der Walhalla aufzubrechen. – Mit kleinen Randläsuren, minimal fleckig, leicht gebräunt.