602: ROSENBAUM, CH. E.,

Sechs Sonaten für das Clavier. Leipzig, Breitkopf für Maack in Rendsburg, 1766. Qu.-4º. 1 Bl., 22 S. (typographischer Notentext). Lose Lagen ohne Einband. (136)
Schätzpreis: 400,- €
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Ergebnis: 600,- €


Sehr seltene einzige Ausgabe. – RISM A/I, R 2544. Eitner VIII, 312. – Über Christian Ernst Rosenbaum ist wenig bekannt geworden, nicht einmal die Lebensdaten. Zur Zeit der Entstehung der vorliegenden sechs kleinen Klaviersonaten war er als Organist an der Rendsburger Christ – und Garnisonkirche tätig. Er soll ein Schüler Telemanns gewesen sein und versah zeitweise den Organistendienst in Altona. Als Komponist ist er fast völlig in Vergessenheit geraten; selbst die immerhin von Breitkopf in Leipzig gedruckten Sonaten haben nur geringe Beachtung gefunden. Dies lag nicht zuletzt an ihrer mäßigen musikalischen Qualität. Dem Rezensenten der "Neuen Zeitungen von gelehrten Sachen auf das Jahr 1766" ist ob ihrer musikalischen Dürftigkeit schier der Kragen geplatzt, zumal der Kritiker sie in Vergleich zu den ebenfalls 1766 erschienenen "Sechs leichten Klaviersonaten" von Carl Philipp Emanuel Bach setzte. So sehr er sich von Bach weitere Werke wünsche, so sehr bat er "alle Rosenbaume von gantzem Herzen, ihren elenden Notenkram zusammen zu packen, und ins Feuer zu werffen, damit man sie nicht vor der gesamten musicalischen Welt für Erzstümper erklären müßte". Selbst das "Ohr eines Hottentotten würde empfinden, daß hier meistentheils wider die Natur gefehlt sey … Das einzige Gute, das wir von diesen Sonaten zu rühmen haben, ist, daß sie kurz sind, und nicht mehr als sechs Bogen Papier damit verderbt worden. Sie haben übrigens das Glück gehabt, einen Verleger zu finden, und Herr Rosenbaum wird es vielleicht nicht daran fehlen lassen, sich die gute Gelegenheit weiter zu Nutze zu machen; wir warnen aber den Verleger freundtschaftlich, sich dafür in Acht zu nehmen" (Nr. XIX, Leipzig, 6. März 1766, S. 146f. und 155). – Da nicht nur die Zahl der Bogen, sondern auch die Auflagenhöhe sehr niedrig gewesen sein muß, hielt sich die Papierverschwendung immerhin in vertretbaren Grenzen; das ungeliebte Werk ist daher heute von größter Seltenheit, der Karlsruher Virtuelle Katalog weist nur einzelne Exemplare nach. – Titel mit alter Numerierung; etw. gebräunt, gering fleckig, unbeschnittene Ränder mit Läsuren.