572: HIMMEL, F. H.,

XVI deutsche Lieder mit Begleitung des Forte-Piano. Zerbst, Menzel, o. J. (1798). 4º. 47 S. (Titel [in der Paginierung] und Notentext, alles gestochen), 1 Bl. (typographische Beilage: Index). Lose Bogen, ohne Einband. (136)
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Einzige Ausgabe. – RISM A/I, H 5391. Eitner V, 154. MGG VI, 437. Goed. IV/3, 259, 135c (Goethe, bezüglich Lied Nr. XI: "Verschiedene Empfindungen an einem Platze"). – Bedeutende, wiewohl im Druck sehr seltene Liedersammlung des in Berlin tätigen Komponisten Friedrich Heinrich Himmel (1765-1814), der zu den regional bedeutenderen Meistern seiner Zeit zählt. Besonders sein Liedschaffen ist von beachtlicher Qualität: "Die Umformung des Volkstümlichen zum Volksliedhaften und der Übergang vom scheinhaften, gewollten Affekt zum Elementarerlebnis des Textes im Lied lassen Himmel neben Reinhardt und Zelter als einen alle anderen norddeutschen Liedkomponisten überragenden Vorläufer des Schubertschen Kunstliedes erscheinen" (MGG). – Die Veröffentlichung der "Sechzehn deutschen Lieder" im Jahr 1798 dürfte auch vor dem Hintergrund zu sehen sein, daß sich der Komponist zu dieser Zeit in großer finanzieller Not befand. Das begründet zudem, daß er die meisten dieser Lieder verschiedenen Personen gewidmet hat, darunter einigen Mitgliedern des preußischen Königshauses. Das separat gedrucke Einlageblatt verzeichnet sämtliche Widmungsträger. Lediglich zwei Exemplare sind über den weltweiten Katalog in Wien und London nachweisbar. – Titel mit altem Vermerk in der rechten unteren Ecke; leicht gebräunt, kaum fleckig, unbeschnitten.