57: DARMSTADT – HENNEBERG – GÄSTEBUCH

von Wilhelmine Brückner, geb. Henneberg (1865-1933). Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Darmstadt, 1885-1933. Mit gedrucktem Titel, kalligraphiertem Gedicht und einigen Zeichnungen. 92 Bl. (davon am Ende 36 weiß). Hldr. d. Zt. mit dicken Holzdeckeln und Beschlägen (Rücken beschabt, Schließenhaken fehlt). (158)
Schätzpreis: 500,- €


Gästebuch mit Einträgen von bedeutenden Persönlichkeiten. – Der Nachlaß der Wilhelmine Brückner (1865-1933), genannt Minna, verheiratet mit Sanitätsrat A. Brückner (gestorben 1916), liegt im Sächsischen Staatsarchiv in Dresden. Ihr Vater war Wilhelm Henneberg (1825-1890), der als Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsstation Weende bei Göttingen wichtige Grundlagen der modernen Tierernährungslehre entwickelte. Über die Familie Henneberg erbte Wilhelmine Brückner einige Gegenstände aus dem Nachlaß von Lessing, die 1911 im Lessingmuseum zu Berlin ausgestellt wurden. Im Jahr 1919 findet sie sich auf der Liste der sechs weiblichen Kandidatinnen für die Kommunalwahlen in Darmstadt (vgl. Agnes Schmidt, Auf zur Wahl, Bürgerin! Darmstadt und das Frauenwahlrecht, Darmstadt 2019, S. 101).

Das Gästebuch, begonnen von dem jungen Ehepaar, das am Hoftheaterplatz 2 residierte, zeugt von familiären Ereignissen wie der Taufe einer Tochter, aber auch vom regen Gesellschaftsleben der Familie. Enthalten sind etwa Einträge des Vaters oder des Mathematikers Ernst Lebrecht Henneberg (1850-1933), eines Großonkels, ferner des Industriemechanikers Bernhard Lepsius (1854-1934) oder des Historikers Hermann Grotefend (1845-1931). – Ein Blatt unten mit Abschnitt (ca. 8 cm), ein Blatt mit kleinem Ausschnitt, etw. fleckig.