5231: SCHWANTHALER, LUDWIG VON

(München 1802-1842 ebda.), Scherzhafte Gesundheitsschrift "Ewr löbl. Genadn!" Aquarellierte Federzeichnung auf Büttenpapier. 34 x 19,7 cm. Rückseitig mit Pseudonym sign. "Storch(e)naw(e)r", bezeichnet, nicht dat. (Scherzdatierung MCCCLXX, das ist wohl um 1835). 34 x 19,5 cm. – Auf Trägerkarton montiert. (7)
Schätzpreis: 200,- €


In der satirischen, doppelseitigen Schrift wird in "mittelalterlichem" Deutsch von Verlauf und Heilung eines Siechen mit Hals – und Bauchbeschwerden erzählt. Am Kopf ist in einer Zeichnung der Konflikt zwischen Medizin und Quacksalberei karikiert dargestellt. Mit unterschiedlichen Mitteln (Würsten und einem roten Kelch gegen eine Brezel und einen weißen Kelch) gelangen die Heiler doch scheinbar zum gleichen Ergebnis, einer roten Flüssigkeit, die in eine Spritze gefüllt wird. Der für seine Verehrung für das Mittelalter bekannte Ludwig von Schwanthaler lebte diesen romantischen Gedanken in München nach und gab sich dabei das Pseudonym "der Storchenauer". Als dieser signiert er das Blatt, in dem er das deutsche 14. Jahrhundert heraufbeschwört. Auf dem Trägerkarton wird als Adressat "Dr. Hornich" genannt. – Kleiner Randeinriß, etw. fleckig, leicht gebräunt und gewellt, Trägerkarton mit Einriß.

Beiliegen zwei Karikaturen: "Erinnerung an Posen", sign. F. Haenel, bezeichnet und dat. 1846, sowie die Karikatur eines Mannes, sign. K. Dick, nicht bezeichnet und dat. (um 1890).