5212: PORTRÄT – SAMMLUNG –

19 Porträts von Mönchen. Rötel, Kreide und Kohle auf graublauem Büttenpapier. Nicht sign., verso mit Namen bezeichnet und dat. 1553. Ca. 25 x 20 cm. (10)
Schätzpreis: 600,- €


Die eleganten Blätter zeigen die Ordensbrüder im Halbfigurenbildnis im Habit der Benediktiner mit gewellter Tunika und dem Skapulier mit weiter, locker über die Schulter fallender Kapuze. Zumeist halten sie ein Buch in der Hand, einer legt die Hände ineinander, ein anderer hält eine Schriftrolle, ein dritter Mönch hat die Hände wie im Gespräch geöffnet. – Durch die umseitigen Inschriften in brauner Tinte ist nicht nur der jeweilige Name der Männer bekannt, sondern auch der Ort, aus dem sie stammen, so zum Beispiel "Jacobus Gommer Numaniensis", "Matheus Outers Bruxeilensis" oder "Lambertus de Stapel Trudonensis". Dennoch läßt sich zu den einzelnen Personen über ihre Herkunft aus Belgien oder dem Norden Deutschlands hinaus nichts Genaueres sagen. – Einzig zu einem der Porträts sind nähere Umstände ermitteln. Es ist das mit 5 numerierte Porträt eines "Christophorus de Blocqueryen". Zweimal taucht er in der Literatur auf. Zum einen wird er als Abt erwähnt in der "Vita et martyrium S. Liberti" von Joannes Antonius a Gurnez (Mecheln 1639). Weitere Details liefert Antoine Courtejoies in seiner "Histoire de la ville Saint-Trond" (Saint-Trond, um 1846). Hier wird Christophorus auf S. 253 zum Jahr 1558, also nur fünf Jahre nach Entstehung der Porträtfolge, als Abt der Benediktinerabtei im belgischen Sint-Truiden genannt. Zudem wird erzählt, daß unter seinem Vorstand der Ort florierte und Frieden herrschte. So liegt die Annahme nahe, daß die Porträtfolge für die Benediktinerabtei von Sint-Truiden geschaffen wurde, gerade zu Beginn dieser Blütezeit. – Eine künstlerische Hand konnten wir den sehr individuell ausgearbeiteten Porträts leider nicht zuweisen. Fest steht aber, daß es sich um einen routinierten Porträtisten gehandelt haben muß, der es trotz der einheitlichen Gewandung und der Attribute verstand, in Gesicht und Haltung die verschiedenen Persönlichkeiten zu charakterisieren. Zudem zeugt die Folge von großem Selbstbewußtsein der belgischen Ordensbrüder. – Vereinzelte Blätter leicht fleckig und mit Quetschfalten oder kleinen Fehlstellen am Rand und an den Ecken, minimal gebräunt und beschabt, ein Blatt mit kleinem Loch im Bildfeld.