5136: GAIL, WILHELM

(München 1804-1890 ebda.; Zuschreibung), Ruine in einer Waldlandschaft. Aquarellierte Bleistiftzeichnung auf festem Papier. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1840). 23,8 x 18,4 cm. – Unter Passepartout. (7)
Schätzpreis: 500,- €


Wilhelm Gail studierte Architektur an der Akademie der Bildenden Künste in München und folgte damit dem Wunsch seines Vaters. Direkt nach dem Studium wandte er sich jedoch der Malerei zu. Eine Einladung führte ihn 1825 nach Sardinien, wo er zahlreiche architektonische Ansichten schuf. Im Zuge dieses Aufenthalts oder bald danach mag dieses Aquarell entstanden sein. Denn die Ruine, wohl die einer Kirche, zeigt ein häufig auf Sardinien verwendetes Baumaterial: roten und weißen Stein. Friese, Bogen und die Rahmung eines Rundfensters in Ziegelrot bilden einen reizvollen Kontrast zum Grau und Grün der Umgebung. – Minimal gebräunt und lichtrandig, umseitig Spuren alter Montierung. – Verso eine italienische Stadtansicht mit Eseltreiberin sowie Künstlerzuschreibung und Sammlerstempel "Sammlung Gg. Rieser" (nicht bei Lugt). – Beiliegt eine Grisaille auf Büttenpapier mit Ruinen und allegorischen Figuren, sign. Walther (Blattmaß: 36,7 x 23,3 cm). Möglicherweise handelt es sich um den Künstler Jean Philippe Walther (1798-1868). – Mit Quetschfalten und leicht gebräunt.