5016: GEHWEYER, FRITZ

(Augsburg 1897-1918), "Bei Harlaching". Öl auf leinwandstrukturiertem Karton. Monogr., bezeichnet und dat. (19)16. 35 x 53 cm. – In originalem Rahmen (leichte Altersspuren). (35)
Schätzpreis: 2.000,- €


Bildhohe schwarzbraune Baumsilhouetten vergittern den Blick auf ein großes Haus. Die dunkle Tonalität und das dagegenstehende leuchtende Lokalkolorit lassen den Einfluß des Expressionismus erkennen und zeugen von der beklemmenden Stimmung der Kriegsjahre. Der erst 19jährige Augsburger Fritz Gehweyer stellt hier sein malerisches Talent unter Beweis. Obwohl er 1914 die Schule verlassen mußte, war eine vielversprechende Laufbahn als Künstler vorgezeichnet. Seit Kindheitstagen war er mit Bert Brecht eng befreundet. Schon die Eltern pflegten Freundschaft, und die beiden Knaben absolvierten die ersten Jahre des Gymnasiums in derselben Klasse. Zusammen arbeiteten sie an der "Ernte", einer Schülerzeitschrift, dem ersten wichtigeren literarischen Projekt Brechts. Auch nachdem Gehweyer die Schule abgebrochen hatte, blieb die Verbindung erhalten. Brecht und er geben 1914 Postkarten für die Kriegsfürsorge des Roten Kreuzes heraus – Brecht sorgt für den Text, Gehweyer übernimmt die graphische Gestaltung. Obwohl vom Kriegsdienst befreit, meldet sich der junge Fritz freiwillig 1918 und fällt im selben Jahr. Durch seinen frühen Tod ist das Werk Gehweyers sehr klein, und es sind heute kaum Werke bekannt. – Mit zwei Löchlein am Unterrand und etwas angestaubt.