5014: ERNST, RUDOLF (RODOLPHE)

(Wien 1854-1932 Fontenay-aux-Roses), Orientalischer Händler. Öl auf Holz. Sign., nicht bezeichnet und dat. (um 1880). 31,7 x 25,6 cm. – Gerahmt. (184)
Schätzpreis: 20.000,- €


Rudolf Ernst ist einer der Hauptvertreter der spätromantischen Orientmalerei. Seine Motive sind stark im Genre verwurzelt und zeigen damit einen besonders pittoresken, üppigen, ja schwelgerischen Orient, wie er den westlichen Vorstellungen vollauf entsprach. Gerade die Interieurs von Palästen, Haremsgemächern, Basaren und Läden schilderte er mit detailgetreuer Hingabe an Architektur, Ornamentik, Gewänder und Alltagsgegenstände, die er zum Teil Photographien und Reiseskizzen entnahm. In dieser Hinsicht ist unser Gemälde besonders typisch: Ein Innenraum voller Gegenstände eines orientalischen Händlers, darunter Waffen, Vasen, Krüge, Stoffe, ein Sattel, ein Papagei, dazwischen, sitzend und in aller Ruhe bei einer Wasserpfeife mit dem Kunden verhandelnd, der Ladenbesitzer – alles mit Detailgenauigkeit geschildert und in eine Komposition gebracht, die den scheinbaren Wirrwarr wohlüberlegt und arrangiert dem Betrachter als Imagination orientalischer Fülle vor Augen führt. – Gereinigt. – Aus oberösterreichischem Privatbesitz.

Rudolf Ernst is one of the main representatives of late-romantic Oriental style of painting. His motifs are rooted in the genre and show a particularly picturesque and luxuriant Orient after western ideas. He depicted in particular interiors in every detail. For architecture, ornamentation, garments and everyday objects he partly used photographs and travel sketches. In this respect our painting is very typical: interior, crammed with items of an oriental merchant, among them weapons, vases, jugs, fabrics, a saddle, a parrot, the shopkeeper sitting in between with a sheesha and bargaining all the while with the customer. The apparent jumble, however, is arranged, in order to give the viewer the idea of oriental abundance. – Cleaned. – From an Austrian private collection.