470: SCHIFFAHRT – TURBINENDAMPFER – "NOTE SUR LE PAQUEBOT A TURBINES ‘QUEEN ALEXANDRA’."

Lithogr. französisches Manuskript mit e. U., wohl der des Verfassers. Dat. Paris, 13. 9. 1902. Fol. Mit 2 gefalt. farb. lithogr. Tafeln. 1 Bl., 15 S., 2 Bl. Fadenbindung d. Zt., ohne Einband. (108)
Schätzpreis: 400,- €
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Bedeutendes Dokument zur Geschichte der Dampfschiffahrt, lithographiert nach einer wohl verlorenen Handschrift. – Kenntnisreiche Beschreibung des Turbinendampfers "TS [Turbine Steamer] Queen Alexandra", der zur Flotte der berühmten Dampfer gehörte, die seit dem späten 19. bis weit ins 20. Jahrhundert auf dem schottischen Fluß Clyde eingesetzt worden sind. Die "Queen Alexandra" hat ihre Jungfernfahrt am 8. April des Jahres 1902 erlebt und löste damit die "TS King Edward" ab, das erste turbinengetriebene Handelsschiff überhaupt. Obgleich nur geringfügig größer, war die "Queen Alexandra" technisch deutlich weiterentwickelt und komfortabler als ihre Vorgängerin. Sie war allerdings nicht sehr lange auf der Clyde im Einsatz, da sie bereits 1911 durch einen Brand zerstört und daraufhin nach Kanada verkauft worden ist.

In der vorliegenden Beschreibung wird zunächst die Gesamtdisposition des Schiffes vorgestellt und dann insbesondere auf den Antrieb eingegangen, bestehend aus drei Turbinen. Dabei werden genaue technische Daten angegeben. Weiterhin stellt der Verfasser unserer Beschreibung, dessen Name weder durch die Signatur am Ende noch einen Widmungsvermerk auf dem Titel eindeutig identifiziert werden kann, Vergleiche mit anderen Schiffen an, insbesondere mit dem Raddampfer "Duchess of Hamilton", den die Werft Denny 1890 gebaut hatte. Der Autor verfügte demnach über weitreichende Kenntnisse der Konstruktion der von der berühmten Werft William Denny and Brothers in Dumbarton gebauten Schiffe. Diese Werft stand in der Zeit um 1900 in dem Ruf, der führende Anbieter für Kanalfähren zu sein. Insofern dürften Informationen über die Konstruktion des neuesten Turbinendampfers der Werft, noch dazu für ein anderes Land bestimmt, nur mit einer besonderen Absicht weitergegeben worden sein. Das Dossier trägt auf dem Titel einen Registraturstempel des "Service maritime entre la France et l’Angleterre" (Eingangsstempel vom 20. Januar 1903), also einer wohl zur französischen Eisenbahn gehörenden Institution, deren Aufgabe die Fährverbindung über den Ärmelkanal zwischen England und Frankreich gewesen ist. Offensichtlich diente das Dossier demnach der Vorbereitung des Einsatzes von Turbinendampfern für den Fährdienst Dover-Calais. Dieser begann im Jahre 1911, und die Denny-Werft baute 1913 den Turbinendampfer "Paris" als Fähre zwischen England und Frankreich. – Die jeweils mit ausführlichen Legenden versehenen Tafeln zeigen die Seitenansicht sowie die Grundrisse aller vier Decks der "Queen Alexandra" sowie die gesamte Maschinerie, also Aufbau und Anordnung der Dampfturbinen. – Leicht gebräunt, geringe Gebrauchsspuren.

Important document about the history of steamship navigation, lithographed after a probably lost manuscript. – Knowledgeable description of the Turbine Steamer "TS Queen Alexandra" which belonged to the fleet of famous steamers that were used since the late 19th century until well into the 20th century on the Scottish river Clyde. The "Queen Alexandra" started her maiden voyage on April 8, 1902 and thus replaced the "TS King Edward", the first turbine powered merchant ship. Though only slightly larger, the "Queen Alexandra" was technically more developed and more comfortable than her predecessor. However, she was not for a long time in use on the Clyde river, as she was already in 1911 destroyed by a fire and then sold to Canada. – The plates provided with detailed legends show the lateral view and the layouts of all four decks of the "Queen Alexandra" and the whole machinery, that is construction and arrangement of the steam turbines. – Slightly browned, minor signs of wear. – Contemporary stich binding, without cover.