47: KORAN – SURAT YA-SIN, AL-FATH, AL-WAQI’A, AL-MULK und AN-NABA.

Fünf vollständige Koransuren mit Kommentar. Arabisch-persische Handschrift auf geglättetem Papier. Wohl Nordindien, spätes 18. oder 19. Jhdt. 22,7 x 13,7 cm. Mit großem ornamentalen Kopfstück am Anfang, durchgehend von mehrf. Rahmenleisten in Rot, Blau und Gold eingefaßtem Text mit einigen ornamentalen Eckstücken, vier Überschriften in Blau vor goldenem Grund und zahlr. Zeilen- und Verstrennern in Gold. Schrift in schwarzer und roter Tinte. 31 nn. Bl. Kadscharischer Lackeinband wohl des frühen 19. Jhdts. mit reicher gemalter Blumenornamentik auf beiden Deckeln (einige Ausbrüche im Bereich der Blüten), Rückenbezug etw. brüchig; beschabt und bestoßen). (16)
Schätzpreis: 1.200,- €
Ergebnis: 600,- €


Eine Zusammenstellung der Suren 36, 48, 56, 67 und 78 mit teils sehr ausführlichen, an einigen Stellen sogar doppelseitigen Kommentaren. Der arabische Korantext (Textfelder mit Schriftspiegel ca. 11,5 x 6 cm) in etwas ungelenker Kalligraphie ist vom persischen Nastaliq in feinerem Schriftduktus umgeben. Zwischen den arabischen Textzeilen in Schwarz ist zudem eine persische Interlinearübersetzung in Rot eingefügt. Auch die Illumination ist von verhältnismäßig guter Qualität und für eine Gebrauchshandschrift recht aufwendig zu nennen. Ihre Form, vor allem die des Kopfstücks am Anfang, weist stark auf eine Entstehung der Handschrift im nordindischen Bereich hin.

Die fünf ausgewählten Suren haben gewisse inhaltliche Übereinstimmungen, da sie sich alle mehr oder weniger mit den Themen der Allmacht Allahs, des Gerichts, der Hölle und dem Paradies beschäftigen. In Sure 36 geht es um die Sendung Mohammeds, die Strafgerichte und die Auferstehung und Vergeltung im Jenseits nach den Werken. Die in Medina verkündigte Sure 48, übersetzt "Der Erfolg", bezieht sich wohl auf die Eroberung von Mekka im Jahre 630, die der Hilfe Allahs zugeschrieben wird. Der ersten mekkanischen Periode gehört die Sure 56 an, die die Beschreibung von Gericht, Hölle und Paradies enthält. "Die Königsherrschaft", Sure 67, aus der zweiten mekkanischen Periode, bietet einen Lobpreis auf die Herrschaft und Allmacht Gottes, und Sure 78, wiederum aus der ersten mekkanischen Periode, schildert die Freuden und Schrecken von Diesseits und Jenseits.

Am Anfang und am Ende je drei leere Seiten mit vorgefertigter Reglierung. Gelegentlich etw. knapp beschnitten, was auf eine Einpassung an den zweitverwendeten Einband hindeuten könnte. – Vereinzelt etw. wasserrandig mit leicht verwischten Buchstaben, durchgehend leicht fleckig und gebräunt.

Koran – Surat Ya-Sin – Al-Fath – Al-Wagi’a – Al-Mulk – An-Naba. Five complete surahs of the Koran with comments. Arabic-Persian manuscript on polished paper. Probably North India, late 18th or 19th century. 22,7 x 13,7 cm. With large ornamental headpiece at the beginning, throughout with text bordered by multiple framework in red, blue and gold with some ornamental corner pieces, four headings in blue on a golden background and numerous line separators in gold. Script in black and red ink. 31 unnumbered leaves. Kajar lacquer binding probably from the early 19th century with a rich painted floral ornamentation on both covers (some breaks in the area of the flowers, spine cover a little bursted; scratched and scuffed). – Compilation of the surahs no. 36, 48, 56, 67 and 78 with partly very detailed comments, even double-sided at some places. The Arabic text of the Koran (description field with text layout ca. 11,5 x 6 cm) in somewhat clumsy calligraphy is surrounded by the Persian Nastaliq in a finer writing ductus. A Persian interlinear translation in red is inserted between the Arabic text lines in black. Also the illumination is of relatively good quality and quite elaborate for a manuscript for use. Its form, in particular the headpiece at the beginning, suggests an origin of the manuscript in the north Indian area. – At the beginning and the end always three blank pages with prepared framed lines. Occasionally somewhat closely trimmed what might point to an adaptation to a re-used binding. – Here and there some waterstains with slightly blurred letters, throughout slightly soiled and browned.