47: FELLENBERG – HOFWIL – "TEUTSCHE LIEDER, GESAMMELT VON WILHELM FELLENBERG."

Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Hofwil, begonnen 4. 10. 1818. Ca. 180 Bl. (davon ca. 30 weiße). Beschäd. Hldr. d. Zt.
Schätzpreis: 400,- €
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Wilhelm Tell von Fellenberg (1798-1880), der älteste Sohn von Philipp Emanuel von Fellenberg (1771-1844), der auf dem Gut Hofwil (auch Hofwyl) bei Bern einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb einrichtete, widmete sich ebenfalls der Verbesserung der Landwirtschaft. Nachdem er zeitweise die väterlichen Betriebe in Diemerswil und Hofwil geleitet hatte, wirkte er in Merzig (Saarland), wo er eine Tonwarenfabrik begründete, die 1879 von Villeroy & Boch übernommen wurde. In seinem Bestreben, zum Wohle der Menschheit zu wirken, stiftete er sein Vermögen für ein Kranken – und Waisenhaus in Merzig, das bis heute als Altenheim fortbesteht.

Unsere Handschrift, begonnen in den frühen Mannesjahren und wohl über einen längeren Zeitraum genutzt, enthält eine Fülle von Lesefrüchten, in gut leserlicher Kurrentschrift notiert. – Neben Gedichten und Balladen, unter anderem von Goethe, Klopstock, Körner, Schiller und Uhland, sammelte Fellenberg auch Lieder, Sprüche und Sprichwörter und Bauern- und Wirtschaftsregeln. Eingetragen sind auch die von Herder formulierten "Fragen zu Errichtung einer Gesellschaft der Humanität v. B. Franclin". So bietet unser Band Einblick in Lesestoff und Gedankenwelt eines großen Schweizer Philanthropen im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. – Innengelenk angebrochen, einige Blätter herausgeschnitten, leicht fleckig. – Mod. Exlibris.