446: REKLAME – WEIDENMÜLLER, WERBWALT,

"gesang vom werbewerk". Berlin Pankow, Selbstvlg., 1924. Mit zwei illustr. Tafeln. 59 S. Orig.-Brosch. (gering lichtrandig und fleckig, etw. bestoßen). (24)
Schätzpreis: 300,- €
Ergebnis: 150,- €


Seltene, wohl in kleiner Auflage erschienene "Werbe-Poesie" des zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Werbe-Theoretikers und Gestalters Johannes Weidenmüller (1881-1936). Es ist Werbwalt Weidenmüller, wie er sich selbst nannte, zu verdanken, daß die deutsche Reklame jetzt Werbung heißt. "Weidenmüller war der erste in Deutschland, der ‘angebotliche Bewusstseinsbeherrschung’ als konstituierend für die moderne Industriegesellschaft auffasste. Obwohl es zu seiner Zeit den Begriff ‘Massenkommunikation’ noch gar nicht gab, zielte sein Denken bereits auf die Erarbeitung einer Theorie des kommunikativen Handelns in dem Bewusstsein, dass jeglicher Transfer von Informationen nur über Codierung und Decodierung von Botschaften erfolgte" (Dirk Schindelbeck, Von der ‘Werkstatt für neue deutsche Wortkunst’ zur ‘anbietlehre’; in: Roland Prügel (Hrsg.), Wege in die Moderne. Nürnberg 2014, S. 69). Weidenmüller publizierte unter anderem in der Bauhaus-Zeitschrift und trat für konsequente Kleinschreibung ein. Im vorliegenden Werk verbirgt sich, der poetischen Anmutung und außergewöhnlichen Schriftsetzung zum Trotz, knallharte Werbetheorie. – Papierbedingt minimal gebräunt.