438: AERONAUTIK – (SCHIRMER, M.),

Aerodynamische Modellversuche an deutschen und ausländischen Luftschiff-Baumustern im Windkanal des Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen a/B. Dissertation. Hektographierte Maschinenschrift. Braunschweig, o. Dr., 1942. Fol. Mit 62 mont. Photographien. 4 nn., 31 num., 1 nn., 6, 82 (recte: 85) num., einseit. beschriebene Bl. Brosch. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (221)
Schätzpreis: 1.200,- €
Ergebnis: 1.400,- €

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Sehr seltene Abhandlung mit Originalphotos. – Die vorliegende Dissertation ist das Resultat langjähriger Experimente, die der Ingenieur Max Schirmer (1896-1984) als Aerodynamiker bei der Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen durchgeführt hat. Zugleich ist die Abhandlung eine der frühesten Arbeiten, in der die Testreihen am Windkanal in umfassender Weise ausgewertet und beschrieben sind; sie ist daher auch wissenschaftsgeschichtlich von besonderer Bedeutung. Schirmer war zum Zeitpunkt seiner Promotion an der TU Braunschweig bereits 46 Jahre alt. Es handelt sich bei dieser Arbeit somit nicht um eine übliche Dissertation als Studienabschluß, sondern vielmehr um das Resümee einer beruflichen Tätigkeit, die sich über etwa zwei Jahrzehnte erstreckte. Schirmer hatte von 1919 bis 1922 an der Technischen Hochschule Stuttgart Maschinenbau studiert und fand bald darauf eine Anstellung in der aerodynamischen Versuchsabteilung der Luftschiffbau Zeppelin. Im Oktober 1924 erhielt er die Leitung dieser Abteilung und hatte diese Stellung bis zum Kriegsende 1945 inne. Da der Bau von Luftschiffen auf Weisung des NS-Regimes 1940 eingestellt worden war, diente die Arbeit nicht mehr der Konstruktion im Luftschiffbau; ihre Erkenntnisse wurden vielmehr für die Gestaltung von Triebwagen- und Automobilkarosserien, wie etwa dem DR-877-Triebwagen "Fliegender Hamburger", sowie zur Gestaltung strömungsgünstiger Stromabnehmer für Elektrotriebwagen verwendet. Die Ergebnisse resultieren aus aerodynamischen Untersuchungen, die hauptsächlich anhand der Zeppeline LZ 126-129 durchgeführt worden sind. Daneben war Schirmer ebenso an Flugzeugkonstruktionen der Dornier-Werke beteiligt (bis hin zur "Do X"). Ferner entwickelte er Meßgeräte zur Erfassung von Druck und Luftkräften und konstruierte für wirklichkeitsgetreue Modellmessungen von Schienenfahrzeugen im Windkanal eine bis zu 150 km/h laufende Gleisfahrbahn. Wahrscheinlich verwertete Schirmer seine Erkenntnisse im Luftschiffbau auch für militärische Zwecke, denn er war in den Kriegsjahren neben der Entwicklung von Kriegsflugzeugen auch an Raketenversuchen der Heeresversuchsanstalt Peenemünde beteiligt.

Die Arbeit gliedert sich in sieben Kapitel, beginnend mit einer Übersicht über die behandelten Luftschiffe und die Grundlagen der Versuche bei der Luftschiffbau Zeppelin, sodann die Versuche an Schiffskörpern ohne Anbauten und an Schiffskörpern mit Leitwerken, Dämpfungsfaktoren der schwingenden Modelle, Luftkräfte am Schiff bei Queranblasung am Boden sowie die Anbauten. Doktorvater war der Strömungsmechaniker Professor Hermann Schlichting (1907-1982), Widmungsträger der technische Direktor der Luftschiffbau Zeppelin, Chefkonstrukteur und Zeppelins langjähriger Mitarbeiter, Ludwig Dürr, auf den auch die Entwicklung des ersten Windkanals zurückgeht. – Über den KVK nur ein Exemplar in Dresden nachweisbar. – Leichte Gebrauchsspuren.

The present dissertation is the result of long-time experiments carried out by the engineer Max Schirmer (1896-1984) as aerodynamicist at the Zeppelin Luftschiffbau in Friedrichshafen. At the same time the treatise is one of the earliest works that analyse and describe more widely test series at the wind tunnel; it is therefore of particular scientifical and historical importance. – Only one copy recorded in Dresden via KVK. – Slight signs of wear. – Contemporary wrappers (slight signs of wear).