357: FÜRST – BAUERNZEITUNG AUS FRAUENDORF. Von J. E. Fürst.

Jge. 9-12. Frauendorf, Selbstvlg., 1827-30. – NEUE BÜRGER- UND BAUERNZEITUNG. Redigirt von J. E. Fürst. Jge. 1-4, 6 und 8-10. Regensburg (später Passau), Pustet, 1834-37, 1839 und 1841-43. Mit einigen Holzstichtafeln und einigen Textholzstichen. 4º. Pp. d. Zt. (Rücken tls. leicht läd., beschabt und bestoßen). (156)
Schätzpreis: 1.000,- €
Ergebnis: 600,- €


Kirchner 3113 (Bauernzeitung; nur Jge. 1-7) und 9149. – Unter dem Titel "Bauernzeitung aus Frauendorf" von 1819-30 erschienen, fortgesetzt von 1831-33 unter dem Titel "Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung " und von 1834-43 als "Neue Bürger- und Bauern-Zeitung". – Der bayerische Zollbeamte Johann Evangelist Fürst (1784-1846) gründete nach dem Vorbild der Horticultural Society of London die Praktische Gartenbaugesellschaft in Bayern. Auf seinem Hof im niederbayerischen Frauendorf begründete er ein "Zentrum der Obst- und Gartenbaukultur für ganz Deutschland, mit Auswirkungen namentlich nach dem europ. Südosten und auch nach Übersee" (NDB V, 693). Auch richtete er dort eine Druckerei für die Herausgabe seiner Zeitschriften ein. – In seinem Bauernroman "Der verständige Bauer Simon Strüf" kündigte er seine Bauernzeitung ausführlich an, beginnend mit den Worten: "Dem baierischen Landvolke mangelt ein belehrendes – periodisches – Unterhaltungs-Blatt in einer gemeinen ihm leicht verständlichen Schreibart" (zitiert nach Böning/Siegert 6961). – "Mit beachtlichem journalistischen Geschick geschrieben … war sie mit annähernd 3.000 Exemplaren eine der auflagenstärksten Volkszeitschriften" (ebenda). – Einzelne Bände mit Beilagen und Anzeigen, darunter das "Verzeichniß der Blumen-, Gemüse-, Sträucher- und Gehölze-Sämereien, welche für das Jahr 1836 am Central-Size der praktischen Gartenbau-Gesellschaft zu Frauendorf ganz frisch und ächt um beigesetzte Preise zu haben sind". – Wenige Blätter lose, vereinzelt etw. wasserrandig, gering fleckig. – Wohlerhaltene Reihe aus einer altösterreichischen Adelsbibliothek.

A few leaves loose, occasionally somewhat waterstained, minimally soiled. – Contemporary vellum (spine partly slightly damaged, scratched and scuffed). – Well preserved series from an old Austrian aristocratic library.