328: HERMES, J. A.,

Nachricht an das Publikum von dem Verfahren des Meklenburgischen Konsistoriums gegen ihn seiner Lehrmeynungen halber nebst angehängten Auszügen aus seinen Schriften und andern dahin gehörigen Beylagen. Berlin, Himburg, 1777. 132 S. Mod. Pp. (141)
Schätzpreis: 200,- €


Einzige Ausgabe. – Hamberger/Meusel III, 255. VD 18 1168710X. – Johann August Hermes (1736-1822), der sich schon während seines Theologiestudiums vom seinerzeit herrschenden Pietismus entfremdet hatte, hatte in den von ihm herausgegebenen "Wöchentlichen Beiträgen zur Beförderung der Gottseligkeit" zunächst die Lehre vom stellvertretenden Leiden Jesu angegriffen, bald darauf die Frage verneint, ob "Christus für die zeitlichen Strafen der Sünde genug gethan" habe (beides hier in den Beilagen abgedruckt). Einer gegen Hermes eingeleiteten Untersuchung des Mecklenburger Konsistoriums entzog er sich durch die Übernahme einer Pastorenstelle in Jerichow bei Magdeburg und konnte im preußischen Kirchendienst unbehelligt dogmenfrei predigen und sein "Handbuch der Religion" verfassen. – Titel verso und S. 17 gestempelt, leicht gebräunt, etw. braunfleckig.