32: MUSIKMANUSKRIPTE – SAMMLUNG von ca. 30 teils umfangreichen Notenhandschriften.

Deutschland, meist mittleres 19. Jhdt. Verschied. Formate und Einbände d. Zt. (deutliche Gebrauchsspuren), viele Handschriften ohne Einband. (13)
Schätzpreis: 500,- €
Ergebnis: 550,- €


Aus vielen verschiedenen musikalischen Gebieten und Gattungen zusammengetragene Sammlung von Musikhandschriften, bei denen es sich meist um Abschriften zu Aufführungszwecken und sonstigem praktischen Gebrauch handeln dürfte, unter denen aber auch ungedruckte Raritäten und gänzlich Unbekanntes zu finden ist.

Enthalten sind unter anderem 15 Stimmhefte der vierten "Landmesse" in A-Dur, Op. 165, von Anton Diabelli (entstanden ca. 1837; die Abschrift wohl zeitlich nahe, auf dem Umschlag sind Aufführungen von 1852-86 vermerkt), vier Streicherstimmen aus der Missa solemnis in Es-Dur von Johann Anton André, ein Divertissement für Violoncello und Orchester von Friedrich August Kummer, alle in Abschriften von der Hand des Pottensteiner Chorrektors Franz Joseph Meßbacher, eine Abschrift der drei Trios für zwei Violinen und Baß, Op. 15, von Rudolphe Kreutzer (nach der zweiten Ausgabe, gedruckt um 1809 bei André in Offenbach – RISM A/I, K 2289), wohl in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Druck entstanden, ein Klavierauszug (für Cembalo) der Ouvertüre zur Oper "Ipocondriaco" von Johann Gottlieb Naumann (wohl noch aus dem späten 18. Jahrhundert), Bearbeitungen nach Rossini (Stücke aus der Oper "Tancredi" für Klavier zu vier Händen), Donizetti und Meyerbeer (Märsche aus Opern), ein Album mit Walzern für Klavier von Johann Strauß Sohn, eine Walzerfolge von Joseph Labitzky, der Walzer "Les bords du Rhin" von François Hünten und von dem gänzlich unbekannten Max Kindler ein Heft "Lieder ohne Worte für das Pianoforte" (15 Seiten, wohl um 1860/70). Weiterhin enthalten diverse Lieder für Singstimme und Klavier, die Ballade "Heinrich der Vogler" in der Vertonung durch Carl Loewe, "Ständchen im Mai" von Louis Spohr, die Lieder "Der Kuß" von Luigi Arditi und "Im Rosenduft" von Prinz Gustav von Schweden sowie ein Lied von Gottfried von Preyer. Interessant auch ein Theorietraktat auf zwölf dicht beschriebenen Folio-Blättern, der ausschließlich von der Harmonik des Septimakkords handelt, wohl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In Einzelblättern und losen Lagen sind eine ganze Anzahl von Handschriften von Liedern und Tänzen ohne Nennung von Komponisten enthalten, zum Teil wohl überliefertes Volksgut und einige sakrale Stücke aus der Tätigkeit von Organisten oder Kantoren, darunter ein Orgelbüchlein mit Präludien von Johann Christian Heinrich Rinck, kurios auch ein Blatt mit einem Walzer, betitelt: "Composition eines gefangenen Polen, der in Ermangelung von Schreibmaterialien die Noten in die Wand seines Kerkers gekratzt hat", auf der Rückseite "Der letzte Walzer eines Wahnsinnigen". Ferner eine Sammlung von Gitarrenmusik in Arrangements von Joseph Benedikt Treu, das Liederbuch einer Anna Häsler und zwei handgeschriebene Libretti und ein schlichtes, auf Papier geschriebenes Antiphonar, auf dem Titel datiert 1753, in blindgeprägtem Schweinsledereinband der Zeit. – Teils starke Gebrauchsspuren. – Ferner beiliegend ein Band mit den Teilen I-IV (von 6) der "Praktischen Orgelschule" von Johann Christian Heinrich Rinck (Erstausgabe 1818, bei Simrock in Bonn). – Eine Fundgrube für Experten.