32: HERBSLEBEN – "RECEPTE."

Deutsche Handschrift auf Papier. Hausmittelbuch des Johann Friedrich Zeyß (1783-1838), Pastor von Herbsleben. Dat. Herbsleben (Unstrut-Hainich-Kreis), 1818 – um 1835. 92 Bl. Hldr. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen). (4)
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Hausmittelbuch mit 137 numerierten Rezepten. – Auf dem fliegenden Vorsatz findet sich unter dem Titel "Recepte" der Eintrag "Dr. Johann Friedrich Zeyß. Herbsleben 1818." Johann Friedrich Zeyß (auch Zeiss; Lebensdaten konnten wir nicht ermitteln) war Gymnasiallehrer in Hildesheim und Gotha und ab 1814 Pastor im thüringischen Herbsleben. Seine kleine Schrift "Der Brand zu Herbsleben den 23sten März 1818", verlegt "Zum Besten der Abgebrannten", die in einem Artikel in der "Thüringer Allgemeinen" vom 23. 8. 2018 behandelt wird, ist über den Karlsruher Virtuellen Katalog in öffentlichen Bibliotheken nicht nachweisbar und auch bei Hamberger und Meusel (Bd. XVI, 308-309) nicht verzeichnet. Nach dem verheerenden Brand setzte sich Zeyß für den Wiederaufbau der Kirche und der Kirchenbibliothek ein (vgl. Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Bd. 20 [Hildesheim 1999], S. 27; eine ausführliche Würdigung seines Lebens bietet der "Neue Nekrolog der Deutschen", 17. Jg., 1839 [Weimar 1841], S. 64-71).

In gut leserlicher Kurrentschrift wurden die Rezepte im Verlauf mehrerer Jahre zusammengetragen und am Ende mit einem alphabetischen Register erschlossen. Einzelne Rezepte sind mit Quellenangaben versehen; genannt ist etwa der "Allgemeine Anzeiger der Deutschen" oder die "Dorf-Zeitung". In bunter Folge finden sich unter anderem Heilmittel für Krankheiten von Mensch und Vieh, Rezepte zur Herstellung von Lebens – und Gebrauchsmitteln sowie Anleitungen zur Erleichterung des ländlichen Alltags, zum Beispiel "Wider die Finnen der Schweine und die Franzosen-Krankheit des Rindviehes", zur "Ausrottung des Kornwurms" oder für ein "Verfahren, um die Kartoffeln aufzubewahren und Brod daraus zu backen". – Etw. fleckig, papierbedingt gebräunt.