3078: MALLEYN, GERRIT

(Dordrecht 1753-1816 Kralingen), Soldaten in einer Landschaft. Feder und Aquarell auf Büttenpapier. Sign., nicht bezeichnet, dat. 1792. 11,2 x 15,7 cm. (33)
Schätzpreis: 500,- €


Die feine, sehr ordentlich ausgeführte Grisaille, eine Technik, die sich in Rotterdam damals großer Beliebtheit erfreute, zeigt rechts einen Waldesrand, in dem zwei Husaren zwei Artilleristen Befehl erteilen. Links öffnet sich die Landschaft und bietet im Hintergrund Sicht auf einige Soldaten, die eine Kanone in Richtung des Waldes befördern. – Malleyn ist vor allem als Maler dekorativer Wandverkleidungen und Tapeten bekannt, zumeist mit dem Thema Jäger oder Soldaten. Das kleine Blatt könnte hierzu als Vorlage oder Vorzeichnung gedient haben. – Mit winzigen Flecken, minimal gebräunt, verso Spuren alter Montierung. – Sehr selten.

DAZU: SCHWIND, MORITZ VON (Wien 1804-1871 Niederpöcking; Zuschreibung), Illustration zu einem Sagen – oder Märchenzyklus. Bleistift auf Velin. Nicht sign., bezeichnet und dat. (um 1850). 30,5 x 37,8 cm. – Unter Passepartout. – Die großformatige Zeichnung gewährt Einblick in einen dichten Wald. Hier ist ein Ritter dabei, einen Baum zu fällen, vor den sich schützend eine Nymphe wirft. Andere Waldfeen ergreifen erschrocken die Flucht. Das Rittergewand des Helden und sein geflügelter Helm lassen an die Darstellung eines Siegfried oder Hagen von Tronje denken, allein die Schar der Nymphen stimmt nicht zu dieser Thematik. – Das Sagenhafte und die Naturdarstellung entsprechen ganz dem Geist der Romantik, zu deren bedeutendsten und populärsten Vertretern Moritz von Schwind zählt. Für Schwinds Hand sprechen neben dem Sujet auch die Wiedergabe der Bäume mit ihren Astlöchern und Wurzelverzweigungen. In der detailreichen Ausführung der Figuren, vor allem des Ritters, sind noch Änderungen in der Haltung oder den Gewändern im Zeichenprozeß zu erahnen. – Verso befindet sich eine kleine Skizze zur Bildanlage der Vorderseite. – Mit hinterlegten Randeinrissen und leichten Knickspuren, etwas unregelmäßig beschnitten, gering gebräunt und minimal fleckig. – Aus einer bayerischen Privatsammlung.