30: BAYERN – "BESCHRIBUNG: Wie daß Landt Bayrn vor Alters ein KonigReich gewest,

hernach zuo einem Herzogthumb gemacht, und von Zeit des Ottonis Witlspachij mit den abthaillungen auf begebente fäll gehalten, aber endtlich die Primogenitur eingeführet worden." Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. München, 19. 3. 1731. Fol. 196 Bl. (davon die letzten 6 weiß). – Hldr. d. Zt. (Altersspuren). (17)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 400,- €


Historisch-juristische Abhandlung zu Erbfolge und Landesteilungen in Bayern, laut Kolophon im Auftrag von Franz Joseph Unertl, geschrieben von dem Administrator Max Carl Graf von Lobenstein. – Gestützt unter anderem auf Aventinus und archivalische Quellen, deren Fundstellen oft am Rand vermerkt sind, enthält der Traktat zahlreiche Abschriften von Urkunden. Ausführlich sind, beginnend mit der Zeit Karls des Großen, die einzelnen weltlichen und geistlichen Herrschaften behandelt, einschließlich der Kurpfalz, Pfalz-Neuburg und der Mark Brandenburg. – Franz Xaver Joseph von Unertl (1675-1750), Kanzler des Geheimen Rates und oberster Hofbibliothekar, unterstützte den Kurfürsten Karl Albrecht maßgeblich in der Ablehnung der Pragmatischen Sanktion (ADB XLIX, 767-769). Vermutlich entstand die hier in sauberer Reinschrift vorliegende Abhandlung im Zusammenhang mit Unertls Arbeiten über das Sukzessionsrecht und insbesondere zum wittelsbachischen Erbanspruch auf die österreichischen Erblande, die er in den Jahren 1732/33 am kölnischen und pfälzischen Hof vortrug. – Vorderes Innengelenk angebrochen, knapp beschnitten, Titel tls. gelöst, leicht gebräunt, minimal fleckig.