27: ARZNEI – UND KOCHBUCH –

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Tirol, 2. Hälfte 18. Jhdt. 4º. Mit kalligraphierten Überschriften. 1 Bl., 231 S. (S. 148-183 weiß), 31 Bl. (die letzten beiden weiß). Hpgt. d. Zt. (fleckig und beschabt). (9)
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Umfangreiche Sammlung von Heilmittel – und Kochrezepten, von mehreren Händen, wohl von der Mitte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zusammengetragen. – Unter dem Titel "Arzney Buech" finden sich im ersten Teil des Manuskriptes (S. 1-148) etwa 120 Heilmittelrezepte für Salben, Pflaster, Pillen, Pulver und Balsam, meist nach der Art der Mittel geordnet. Das Spektrum reicht vom "Salbl zum Schlaff machen" bis zum "Pulffer des Lebens" oder zum "Recept der Pest Pillen von Wienn". Gegen Ende dieses Teiles finden sich auch einige Spirituosen, vom Branntwein bis zu Likören wie "Marillen-Roßolly" oder "edlen Schokolati Rosoli". Die ordentliche breite Kurrentschrift wird auf S. 141 durch eine etwas kleinere und engere Handschrift abgelöst. In diesem Teil findet sich nach dem Rezept für "ein bewehrtes Raicher vor üble und güfftige Kranckhoiten, und Pest", der Hinweis, daß das Mittel 1773 in Zeiten der Pest verwendet worden. Damit ist zugleich ein Terminus post quem für die Entstehungszeit zumindest dieses Teiles des Manuskriptes gegeben.

Nach einigen weißen Blättern (S. 148-183) folgen ca. 130 Koch – und Backrezepte für verschiedene Knödel, "Kräpffl", "Nudl", "Dorten", "Strauben" oder "Klezenzelten" und im letzten Teil, von breiterer Hand, mehrere Fischrezepte, ebenfalls in ordentlichen Kurrentschriften von zwei verschiedenen Händen aufgeschrieben. Die mundartlichen Eigenheiten verweisen auf eine Herkunft aus Tirol. – Am Ende einige Bl. entfernt, etw. fleckig. – Exlibris des Kufsteiner Volksschullehrers Carl Wagner.

Medicine and cooking book. – German manuscript on paper. Probably Tyrol, second half of the 18th century. – Extensive collection of home remedies and cooking recipes, compiled by many hands from around 1750 till 1800. – In the first part of the manuscript there are about 120 recipes for ointments, plasters, pills, powders and balms, mostly arranged according to the type of remedy; towards the end of this part there are also some spirits, from brandy to liqueurs such as ‘Marillen-Roßolly’ or ‘edlen Schokolati-Rosoli’. The neat broad cursive script is replaced on p. 141 by a somewhat smaller and narrower script. After a few white leaves, there are about 130 recipes for cooking and baking various dumplings and other pastries and baked goods, and in the last part, several fish recipes, also written in neat cursive script by two different hands. The dialectal peculiarities point to an origin in Tyrol. – Some leaves removed at the end, somewhat stained. – Bookplate of the Kufstein primary schools teacher Carl Wagner. – Contemporary half vellum (soiled and scratched).