26: LANG – "SONATA I. CEMBALO. DEL SIGR J. G. LANG."

Musikmanuskript auf Papier. Wohl Augsburg, um 1770/80. Qu.-Fol. 8 Bl. 5 Zln. Fadenbindung d. Zt., ohne Einband. (3)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 440,- €


Eine von uns weder im Druck noch als Abschrift zu ermittelnde Sonate des seit 1760 im Dienst des Augsburger Fürstbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen tätigen Konzertmeisters und Komponisten Johann Georg Lang (1722-1798). In Böhmen geboren und in Italien ausgebildet, ist Lang stilistisch dem Umkreis der Mannheimer Schule und der Vorklassik zuzurechnen, deren Neuerungen in der Instrumentation er übernahm und weitervermittelte. Seine Themenbildungen sind gewöhnlich recht einfach und prägnant, melodisch typisch für den Zeitstil, mit vielen Verzierungen wie Trillern, Mordenten und Vorschlägen, doch wurde seine Musik selbst von Mozart anerkennend als "wohlklingend" bezeichnet. Viele seiner Werke sind nicht im Druck erschienen und nur in Abschriften überliefert. Die vorliegende Sonate in C-Dur mit der Satzfolge "Allegro assai" – "Grazioso" (F-Dur) – "Allegretto" konnten wir nicht nachweisen. Verglichen mit den vorliegenden Digitalisaten von Manuskripten seiner Werke, ist unsere Handschrift als charakteristische Abschrift dieser Zeit zu sehen, also wohl bald nach Entstehung des Werks, angefertigt von der Hand eines routinierten Kopisten. Stilistisch und von der Schreibart sehr nahe verwandt ist etwa die Quartett-Sonate C-Dur in der Berliner Staatsbibliothek, Mus. ms. 12511/1 (RISM ID-Nr.: 452025568). Langs Schaffen zu ergründen und zu würdigen bildet noch ein Desiderat der Musikforschung des 18. Jahrhunderts. Die Entdeckung der vorliegenden Sonate ist sicherlich ein weiterer Schritt zur Kenntnis seiner durchaus interessanten Solo-Klaviermusik. – Auf festem Bütten. – Leicht gebräunt und fleckig.

Unknown sonata for the harpsichord. – This sonata by the composer Johann Georg Lang (1722-1798) working for the Bishop of Augsburg Clemens Wenzeslaus of Saxony, could not be traced by us in print nor transcript. – Comparisons with digital copies of Lang’s works show that our manuscript is a transcript contemporary to those times, and was probably produced by an experienced scribe shortly after its making. – Lang’s work still forms a blank in the music research of the 18th century and needs to be properly acknowledged. The discovery of this sonata surely sheds more light onto his interesting piano music. – Printed on firm laid-paper. – Slightly browned and soiled. – Contemporary thread binding without covers.