25: SCHLESISCHE RELIGIONS-AKTEN – BUCKISCH VON LÖWENFELS – ABSCHRIFT DER "SCHLESISCHEN RELIGIONS-AKTEN"

von Gottfried Ferdinand von Buckisch und Löwenfels (Bde. 3-7 [von 7]) und Auszug aus dem "Versuch einer Religions-Geschichte von Landeshut in Schlesien" von Ernst Daniel Adami (Breslau und Leipzig, D. Pietsch, 1753) in zus. 5 Bdn. Deutsche Handschriften auf Papier. Wohl Schlesien, 2. Hälfte 18. Jhdt. Fol. Mit zus. 10 kalligraphierten Titeln und Zwischentiteln. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (Rückenschilder entfernt, leichte Altersspuren). (6)
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Die Schlesischen Religions-Akten, eine Darstellung der Kirchengeschichte von Schlesien vom Beginn der Reformation 1517 bis 1676, dem Jahr nach dem plötzlichen Tod des letzten evangelischen Landesherrn aus dem Geschlecht der Piasten, sind das Hauptwerk von Gottfried Ferdinand von Buckisch und Löwenfels (1641-1699). Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften konvertierte Buckisch 1669 erstmals zum Katholizismus, wohl um eine Anstellung zu erhalten, trat jedoch 1672 wieder zum Luthertum über und wirkte als Ratmann in Strehlen, bis er 1676 unter der neuen Habsburgischen Hoheit erneut zum Katholizismus übertrat. So konnte er das Amt des kaiserlichen Regierungssekretärs im Fürstentum Brieg bekleiden, wo er sich entschieden für die Gegenreformation einsetzte und bis 1685 die ersten sechs Bände der Schlesischen Religions-Akten vollendete. Er überliefert hier auch zahlreiche heute teils nicht mehr erhaltene Dokumente in wörtlichen Abschriften. Der siebte, am wenigsten umfangreiche Band enthält am Ende eine umfängliche Begründung zum Konfessionswechsel, die der Verfasser nach eigenem Bekunden 1690 niederschrieb. Das Werk gelangte nicht zum Druck, da die habsburgischen Zensurbehörden die Druckerlaubnis verweigerten, doch fand es rasch in zahlreichen Abschriften Verbreitung.

Vorliegen saubere Abschriften der Bände III bis VII mit der Darstellung der Zeit ab 1618, jeweils von mehreren professionellen Händen gefertigt, am Beginn jeweils mit der Inhaltsübersicht über alle Bände mit der von Buckisch selbst vorgenommenen Kapiteleinteilung. – Die Bände III bis VI sind von alter Hand paginiert (14 Bl., 940 [recte 889] S.; 18 Bl. [das letzte weiß], 963 S.; 23 Bl. [das letzte weiß], 1363 S.; 19 Bl. [das letzte weiß], 630 S.). Der letzte Pergamentband (295 Bl., davon die letzten 4 weiß, 148 Bl., davon die letzten 32 weiß) enthält am Beginn die Abschrift des siebten und letzten Bandes der Religions-Akten von Buckisch einschließlich des Berichtes über seinen Konfessionswechsel. Nach einigen weißen Blättern folgt unter dem (kalligraphierten) Titel "Acta und Beweißthümer der Evangelischen Bürgerschafft der Kay(serlichen) und königl(ichen) Stadt Landeshutt über das ihren Vorfahren und Ahnen nun und zu ewigen Zeiten allergnädigst concedirte freye Exercitium cum annexis der Augspurgischen Confession bey denen Evangelischen Kirchen Schweidnitz und Jauer" ein Auszug aus dem 1753 in Breslau und Leipzig bei Daniel Pietsch gedruckten "Versuch einer Religions-Geschichte von Landeshut in Schlesien" von Ernst Daniel Adami (S. 299-477).

Nach Ausweis der einheitlichen Bindung stammen alle Bände aus einer bereits ursprünglich zusammengehörigen Reihe. Der vordere fliegende Vorsatz ist jeweils entfernt, und die Titel sowie auch einzelne Blätter innerhalb der Bände weisen eine kleine Tektur auf. – Gering fleckig. – Wohlerhaltene, in ihrem Umfang trotz des Fehlens der Bände I und II imposante Reihe.

Literatur: Buckisch, G. F., Schlesische Religions-Akten 1517 bis 1675. Teil I: Einführung, Teil II: Regesten der Religions-Akten. Jeweils bearb. von J. Gottschalk, J. Grünewald und G. Steller, Köln und Wien 1982-98. (= Forschungen und Quellen zur Kirchen – und Kulturgeschichte Ostdeutschlands, XVII/1 und XVII/2).

The Silesian religion documents, an illustration of the church history of Silesia from the beginning of Reformation 1517 till 1676, the year after the sudden death of the last Protestant sovereign of the Piast dynasty, are the major work by Gottfried Ferdinand von Buckisch and Löwenfels (1641-1699). – He also transmits here numerous documents in literal transcriptions which in part are not preserved anymore today. The seventh volume, least extensive, contains at the end an extensive justification for the change of confession which the author himself wrote down in 1690. The work could not be printed as the Habsburg censors did not give the printing permission, however it was rapidly widespread in numerous transcriptions. – According to the uniform binding all volumes are from a series belonging together originally. The upper fly-leaf has always been removed, and the titles as well as some other leaves within the volumes are covered with paper slips. – Minimally soiled. – Well preserved impressive series in spite of the missing vols. I and II. – Contemporary vellum with ms. spine title (spine labels removed, slight signs of wear).