24: GEBETBUCH – COCHEM – "DAS KLEINE BAUM GÄRTLEIN".

Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Süddeutschland, um 1780. 4º. Mit reichem Buchschmuck in Federzeichnung; jede Seite gerahmt. 59 Bl. Goldgepr. Ldr. d. Zt. mit Ldr.-Schuber (Vergoldung tls. abgerieben, beschabt und leicht bestoßen). (11)
Schätzpreis: 800,- €


Überaus reich, von meisterlicher Hand in feiner Federzeichnung geschmücktes Gebetbuch. Der Text, in Antiquaminuskel mit Frakturversalien kalligraphiert, folgt dem beliebten, seit Ende des 17. Jahrhunderts in zahlreichen Ausgaben verbreiteten "Baumgärtlein" des Kapuziners Martin von Cochem (1634-1712). – Die ganzseitige Illustration des Titels zeigt die Noli-me-tangere-Szene überhöht von einer Kuppelarchitektur. Die einzelnen Abschnitte werden jeweils durch figürliche Vignetten eingeleitet, etwa mit dem Bildnis der Maria vom Siege, von König David, der Dreifaltigkeit, der Geburt Christi, den Leidenswerkzeuge, dem Gnadenbild von Loreto, dem Passauer Gnadenbild, einer Pietà, dem hl. Joseph sowie den Heiligen Sebastian, Rochus, Magdalena, Katharina, Barbara und Johannes Nepomuk. Dazu kommen viele figürliche Schlußvignetten sowie in Form von Schriftbändern gestaltete Überschriften. Von besonderem Reiz ist der ornamentale Reichtum der zahlreichen, ebenfalls oft mit kleinen Szenen gezierten Initialen. – Bindung in Auflösung begriffen, fingerfleckig, am Rand vereinzelt mit Schreibübungen von Kinderhand.