2279: INNENARCHITEKTUR – ENTWURF

für die Decke eines Musiksalons. Aquarell, Feder, Gouache und Goldhöhung auf Karton. Deutschland, um 1870. Sichtmaß: 40,5 x 30 cm. – Unter Glas gerahmt (nicht geöffnet, minimale Altersspuren). (32)
Schätzpreis: 1.400,- €


Das sorgfältig ausgeführte Blatt zeigt einen Deckenentwurf für einen annähernd quadratischen Raum mit üppiger Kassettierung, Tondi in den Ecken und einem runden Deckengemälde. Dieses ließ sich an Andrea Mantegnas Deckenbild mit Putti für die Camera degli Sposi in Mantua inspirieren, zeigt es doch ebenfalls eine Balustrade, die den Oculus umschließt. In Mantua tummeln sich kecke Putti an der Balustrade. Hier schwebt ein Putto im Zentrum und scheint ein Tamburin zu schlagen. Es ist daher anzunehmen, daß die Decke für einen Musiksalon entworfen wurde. Für die Dekoration der Zwickel in den Ecken sollten Tondi mit Porträts angefertigt werden. Bislang wurde jedoch nur der rechte untere gestaltet. Das edle Profilbild ähnelt Franz Liszt, was wiederum für ein Musikzimmer spricht, sicher in einem herrschaftlichen Haus, einer Villa oder einem Palais. – Mit Knickspur in unterer Ecke, kleinen Flecken und etw. gebräunt.