223: BÖHME, J.,

Tafel der Wiedergeburt, das ist, Stand und Eigenschaften der Wiedergeburt. Ein rechter Unterricht: Wie der Mensch in seinem eigenen Willen, in seiner Selbheit, täglich sterben müße ... Aus der Göttlichen Weisheit, durch die drey Anfänge göttlicher Offenbarung ... beschrieben, und mit des erleuchten Mannes in richtiger Ordnung angeführten Worten und Zeugnißen, offentlich dargestellet, in diesem Jahr des Heyls. O. O., Dr. und Jahr (Büdingen, Regelin, 1728). 12º. 486 S., 9 Bl. Pp. d. Zt. (Bezug mit kleinen Fehlstellen, Gelenke angeplatzt, etw. berieben und bestoßen). (34)
Schätzpreis: 1.200,- €


Die spätere von zwei Varianten aus demselben Jahr. – Georgi 177. Buddecke I, 51. – Zur Zeit [Oktober 2020] noch keine der beiden Varianten im VD 18. – "Das Werk, das die Form eines zusammenhängenden Traktates hat, ist eine Anthologie aus fast allen Schriften B(öhme)s. Nach einer Vorrede, die bereits aus Zitaten besteht, wird in fünfzehn mit Überschriften versehenen Kapiteln von den Kennzeichen u. Erfordernissen der Wiedergeburt sowie von dem Zustand u. dem Leben des Wiedergeborenen gehandelt. Die Kapitel gliedern sich in numerierte Absätze, die oft mehrere Zitate enthalten. Die Behandlung des Textes, der Inhalt der Fußnoten u. der Druck entspricht genau dem Sachverhalt in dem vorhergehenden Auszug [Böhmes Buß-Weg, wo es unter anderem in Buddeckes Anmerkung heißt: ‘Dem Text scheint die Gesamtausgabe von 1715 zugrunde zu liegen.’] … Georgi gibt S. 177 an, daß auch der vorliegende [Auszug aus Böhmes Schriften] i. J. 1728 bei Regelin in Büdingen erschienen sei" (Buddecke). Wir folgen Georgi bei unserem Impressum, das in der Datierung erheblich von der Schätzung abweicht, wie sie sich in den Katalogen der drei Bibliotheken findet, die die Tafel der Wiedergeburt besitzen (UB Darmstadt, UB München und LB Stuttgart), wo überall der Druck auf die Zeit um 1650 geschätzt ist (und wo darüber hinaus weder Ort noch Verlag ermittelt sind).

Ein Letztes: Buddecke lag offenbar für seine diplomatisch getreue Titelaufnahme ein Exemplar der Tafel der Wiedergeburt vor, das einen Setzerfehler aufweist, nämlich "sterbeu [!]". In unserem Exemplar ist dieser Fliegenkopf erkannt und im Druck berichtigt worden. In den Katalogen der drei besitzenden Bibliotheken wird jeweils ebenfalls korrekt "sterben" geschrieben. Für die Universitätsbibliothek München stimmt das, ihr Exemplar konnten wir mit unserem vergleichen; die Variante mit dem Setzerfehler muß sich also in Darmstadt oder Stuttgart oder in beiden Bibliotheken befinden. (Buddecke nennt unter den Besitzvermerken für die Tafel der Wiedergeburt bei seiner Titelaufnahme genau die drei Standorte, die wir auch ermitteln konnten, vermerkt aber leider nicht, welcher Bibliothek das seiner Aufnahme zugrundeliegende Exemplar entstammt. Daß sich Buddecke geirrt hat bei seiner Lesung des ihm vorliegenden Titels, schließen wir auf Grund des von ihm verwendeten Ausrufezeichens aus.) – Fliegender Vorsatz mit mehreren alten Besitzvermerken, Seitensteg der ersten Bl. angerändert, anfangs mit einigen sauberen Unterstreichungen in Bleistift, untere Ecke der S. 45/46 mit Abriß (Textverlust ergänzt durch Faksimile dieser fehlenden Ecke), Bundsteg der Lagen F und G und Fußsteg der Lagen L bis O mit Wurmspuren, teilw. braunfleckig, gleichmäßig gebräunt.

Flyleaf with several old ownership entries, backed margins on the first leaves, some underlining in pencil at the beginning, bottom corner of page 45/46 with tear (loss of text restored by a facsimile of that corner), inner margin of the layers F and G and bottom margin of the layers L till O with worming, partially soiled, evenly tanned. – Contemporary cardboard (small damages, joints cracked, somewhat rubbed and scuffed).