2109: AMERIKA – MEXIKO – AZTEKEN

32 altkolor. Lithographien, wohl um 1830, möglicherweise auch erst um 1870. Ca. 31 x 25 bis 46 x 26,5 cm. (17)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 200,- €


Der Codex Telleriano-Remensis, im 16. Jahrhundert in Mexiko auf Papier aus Europa gemalt und geschrieben, ist eines der am besten erhaltenen Beispiele aztekischer Manuskriptmalerei. Er zeigt und schildert die Kultur und das Leben der Azteken bis zum Beginn der Kolonialisierung. Seinen lateinischen Namen hat der Codex vom Besitzer des Manuskripts im 17. Jahrhundert, dem Erzbischof Charles-Maurice Le Tellier von Reims. – Aus welchem Werk die vorliegenden Blätter genommen sind oder ob sie einzeln vertrieben wurden, konnten wir nicht ermitteln. Denkbar ist, daß die Darstellungen – davon hier vorliegend 32 Tafeln mit Lithographien von 46 numerierten und zwei ungezählten Steinen – nach den originalen Bildern des Codexes, der sich heute in der Bibliothèque Nationale de France befindet, wohl um 1830 entstanden (eines der Blätter hat das Wasserzeichen "1828"). Urheber könnte der Antiquar, Maler und Forschungsreisende Jean Frédéric de Waldeck (1766-1875) gewesen sein, von dem zahlreiche Lithographien stammen, die er von den Entdeckungen auf seinen in den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts unternommenen Reisen angefertigt hat. Sollten die Blätter in späterer Zeit entstanden sein, käme am ehesten als Lithograph der französische Ethnologe Léon de Rosny (1837-1914) in Frage. Belastbare Belege für diese unsere Annahmen können wir nicht erbringen, die beiden Genannten bleiben also vorderhand nur mutmaßliche Urheber der von uns nicht nachweisbaren seltenen Blätter. – Meist mit kleinen Ein – oder hinterlegten Ausrissen im Randbereich, tls. mit leichteren Brandspuren im Außenrand, stärker fleckig und gebräunt.