210: STETTIN – MÜLLER – TEILNACHLASS des Oberförsters Rudolf Müller (1827-1879)

und seines Sohnes Gerhard Müller (geb. um 1860), unter anderem mit Tagebuch, Familienchronik, Albumblättern und Photographien. Ca. 1847-1927. (121)
Schätzpreis: 300,- €
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Enthalten ist ein Buch (ca. 21 x 17 cm; zus. ca. 150 Bl.) mit Tagebucheinträgen von Rudolf Müller aus den Jahren 1849/50 (ca. 40 S.) und "Familienerinnerungen" von Gerhard Müller, "angefangen 6. 2. 1910" (ca. 50 Seiten). – Anschaulich schildert der Sohn die Lebensumstände der zunächst in Stettin und dann in Berlin ansässigen Familie und seinen eigenen Lebenslauf. In Berlin beobachete er 1870/71 den Auszug und Einzug der Truppen. Die Familie war bekannt mit dem Maler Emil Teschendorff (1833-1894). Gerhard Müller leistete seinen Militärdienst in Breslau und trat dann in Warnow (Mecklenburg-Vorpommern) bei einem Förster in die Lehre. Nach dem Studium in Ehrenwalde übernahm er die Oberförsterei in Misdroy auf der Insel Wollin (heute Miedzyzdroje, Westpommern). – Zu Rudolf Müller vgl. A. Bernhardt, Chronik des deutschen Forstwesens in den Jahren 1873 bis 1875, S. 16-17.

Ferner unter anderem ein Büchlein (ca. 21 x 14 cm; zus. ca. 70 Bl.) mit Aufzeichnungen von Gerhard Müller, darunter Tagebucheinträge aus dem Jahr 1877 (eine Seite), eine Auswahl von Bibelzitaten (6 S.) und eigene Gedichte (17 S.) mit Überschriften wie "Ausklang des Sommersemesters"; sechs großformatige Albumblätter mit Gedichten, Sinnsprüchen und freundlichen Widmungen, datiert 1854 (ca. 25,5 x 32 cm), darunter ein Blatt mit eigenhändigem Gedicht "Jakobinachtstraum" und Unterschrift des Dichters und Historikers Ludwig Giesebrecht (1792-1873); außerdem sechs großformatige Photographien (jeweils auf Trägerkarton aufgezogen) von Versammlungen von Oberförstern aus den Jahren 1882-1927. – Meist nur mäßige Altersspuren.