20: LEDERHANDEL – "VERKAUFF-BUCH".

Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland oder Österreich, dat. 1770-81. Schm.-Gr.-Fol. (ca. 41 x 18 cm). 162 num., 24 nn. Bl. (Griffregister). Leicht läd. Hldr. d. Zt. (4)
Schätzpreis: 400,- €
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Geschäftsbuch eines Lederhändlers. – Auf dem fliegenden Vorsatz folgt dem Eintrag "Mit Gott dießes Verkauff-buch angefangen 1770" und dem Segensspruch "Großer Gott gieb Glück und Segen zu meinen Verrichtungen Früh und Spath biß als mein Thun ein End hat. Amen" ein wohl etwas späterer Zusatz in Bleistift "von J. Gottfried Sandmann". Diesen Inhaber der Handlung konnten wir nicht identifizieren. Im Buch ist etwa ein Sohn "Andreas Sandmann" genannt; ein "Schwager Güry" war in Amberg ansässig, "Gevatter Heußiger" in Coburg. Unser Händler besuchte Messen, zum Beispiel die Michaeli – und die Jubilate-Messe in Leipzig oder die Frankfurter Margarethen-Messe, und belieferte Kunden im süd – und mitteldeutschen Raum, etwa in Bamberg, Coburg, Erfurt, Kulmbach, Nürnberg und Regensburg, oder in Österreich, zum Beispiel in Wien oder Linz. Als Ware ist etwa aufgeführt "gelb Schaffläder", "sämisch Läder", "polnisch Kalbläder", "rauhe Polacken" oder "Tiroler Bockheute". – Vorderes Innengelenk etw. wurmspurig, Spiegel mit Klebespur, das erste Blatt oben mit kleinem Ausriß, leicht fleckig, gering gebräunt.