1680: ORDING – DIECKMANN, D.,

Duo libelli, oder: Fortsetzung und Beschluß. Erstes Büchlein: Fortsetzung, oder: Was mir am Ende 1819 gelungen und im Anfange 1820 geworden ist; nebst einem zweyfachen Anhange. Zweytes Büchlein: Beschluß, oder: Bemerkung und Localmerkwürdigkeit; mit zwanzig verschiedenen Zugaben. Schleswig, Taubstummen-Institut (für den Verfasser), 1824. 88 S. Hlwd. um 1890 (Rücken und Deckel mit Titelschild und Bibliotheksetikett, gering berieben). (141)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 200,- €


Verschollener Druck aus Schleswig. – Einzige Ausgabe. – Hamberger/Meusel XXII/1, 609. Lübker/Schröder 240. Kayser II, 44 (reproduziert im GV XXVIII, 423). Neuer Nekrolog der Deutschen 24 (1846), Nr. 274. Kosch III, 160. – Detlev (Paul) Dieckmann (1777 [nicht 1771] – 1846) "war ein origineller Mann, wie dieß auch schon aus dem Titel seiner Schriften erhellt" (H. Schröder im Neuen Nekrolog 24, S. 962), Texten, die uns mit ihren zahlreichen Digressionen sehr an seinen Zeitgenossen Jean Paul erinnern. Fortsetzung und Beschluß, das bezieht sich auf Dieckmanns drei vorhergegangene Schriften, Arbeiten ganz anderen Inhalts; mithin setzen die Duo libelli diese Vorgängerwerke nicht voraus, sondern sind ein in sich abgeschlossenes Werk. Das erste Büchlein ist biographisch motiviert und handelt von der Freude Dieckmanns, daß es ihm gelungen ist, sein ursprüngliches Berufsziel des Pfarrers doch noch erreicht zu haben. Nach einem schlechten Amtsexamen, bei dem er nur den dritten Charakter erlangt, das er also nur gerade bestanden hatte, war er erst anderthalb Jahrzehnte lang Schullehrer, mit über vierzig Jahren wird er 1819 endlich Pastor zu Ording (heute zu Sankt Peter-Ording gehörend). "Diesem Amte stand er nun noch länger als ein Vierteljahrhundert treu und eifrig vor" (Neuer Nekrolog, S. 962). Das zweite Büchlein enthält eine bunte Mischung von Bemerkungen und Überlegungen, allerlei kirchliche Angelegenheiten betreffend. – Von den Duo libelli hat Dieckmann etwas über 250 Exemplare herstellen lassen, der Druck ist auch bibliographisch recht gut dokumentiert; in öffentlichem Besitz können wir dennoch kein Exemplar ermitteln. – Fliegendes Blatt mit Bibliothekssignatur, gebräunt, leicht braunfleckig. – Ehemals im Bestand des Predigerseminars in Kropp, das von 1882 bis 1931 existierte.