159: JAHN, O., Philologe, Archäologe und Musikwissenschaftler (1813-1869).

E. Brief mit U. sowie acht weiteren U., u. a. von M. Haupt, R. Wachsmuth und G. Wigand. Dat. Leipzig, 29. 1. 1851. Eine Seite. – Doppelblatt. (21)
Schätzpreis: 200,- €


In der charakteristischen feinen und miniaturhaft kleinen Schrift Otto Jahns abgefaßtes Widmungsschreiben an Louise Härtel, geborene Baumeister (1811-1871), die seit 1836 die Gattin des bekannten Leipziger Verlegers Hermann Härtel gewesen ist. Louise war offenbar für einige Zeit in ihre Geburtsstadt Hamburg gereist. Zu ihrer Wiederkehr nach Leipzig widmete ihr der Freundeskreis das vorliegende launige Schreiben, das Jahn niedergeschrieben hat, wohl weil er über die schönste Handschrift verfügte: "Geehrte Frau Doctorin / Hochzuverehrende Gönnerin / Werthgeschätzte Freundin / Treffliche Wirthin / Verehrte Frau!" Man freue sich sehr über ihre Rückkehr, jedoch nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Magen, insbesondere wegen ihrer Aalsuppe. "Wenn wir nun bekennen, daß auch nach Ihrer glücklichen Rückkehr dieser Ruf [‘Aalsuppe!’] keineswegs verstummt ist, so hoffen wir doch, daß Sie nicht annehmen, wir hätten nur für Aalsuppe Sinn und Gefühl, sondern daß Sie überzeugt sind, wir bleiben unter allen Umständen mit Herz und Magen Ihre …" Es folgen die Unterschriften von Jahn, Jens Mommsen (1783-1851), dem Vater von Theodor Mommsen, einer Sophie Michaelis, Moriz Haupt (1808-1874), klassischem Philologen und Mitbegründer der Germanistik, sowie dessen Gattin Louise, geborene Hermann, der Tochter des Philologen Gottfried Hermann, Theodor Lichorius, einem Leipziger Verwaltungsbeamten, Rudolf Wachsmuth (1828-1890), einem Juristen und Direktor der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt in Leipzig, sowie des Leipziger Verlegers Georg Wigand (1808-1858) und seiner Gattin Caroline. Louise Härtel ist als Adressatin aus dem Inhalt zu erschließen; am Kopf des Briefes ist der Name Härtel von alter Hand vermerkt. – Etw. gebräunt, kleine Falzeinrisse, leichte Randläsuren.