148: MUSIL – ENTLASSUNGSSCHEIN AUS DER K. K. LANDWEHR.

Gedrucktes Formular mit hs. Eintragungen. Dat. Wien, 31. 12. 1913, und Trient, 23. 1. 1914. Fol. Mit Briefkopf des k. k. Ministeriums für Landesverteidigung sowie blindgepr. Siegel und Stempel. – Doppelblatt. (96)
Schätzpreis: 1.000,- €
Ergebnis: 550,- €


Robert Musil (1880-1942) verarbeitete seine militärische Erziehung an der Militärunterrealschule in Eisenstadt und zuletzt an der Kadettenschule Mährisch-Weißkirchen in seinem Debütroman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß". Zur Zeit des Ausbruches des Ersten Weltkriegs war er bereits verheiratet und studierte in Berlin. Dennoch gehörte er zu jenen, die begeistert in den Ersten Weltkrieg aufbrachen, nach leidvollen Erlebnissen jedoch ernüchtert über seine Auswirkungen auf die europäischen Völker wie auf den einzelnen Menschen zurückkehrte (vgl. "Der Gesang des Todes" – Robert Musil und der Erste Weltkrieg. Ausstellung im Literaturhaus München. Mit Texten von Karolina Kühn. München 2014). – Unsere Urkunde bezeugt seine Entlassung als k. k. Leutnant aus dem Reservestand des k. k. Landesschützen-Regiments "Trient" Nr. 1, nachdem er zehn Jahre und drei Monate mit einer "sehr guten Dienstleistung" gedient hatte (davon neun Jahre und einen Monat als Reservist). Mit faksimilierter Unterschrift von Friedrich Johann Freiherr von Georgi, General der Infanterie. – Auf der Rückseite findet sich der maschinenschriftliche Nachtrag "Wurde auf Grund des Landwehr-Verordnungsblattes No 65 ex 1913 mit 31. Dezember 1913 ausser Stand und Gebühr gebracht, hat die volle Rechnungsrichtigkeit gepflogen und sein Domizil in Wien gewählt. – Der Genannte bleibt bis zum Ende des Jahres 1922 landsturmpflichtig." Mit eigenhändiger Unterschrift von Oberst Karl Englert. – Mit Faltspuren, etw. fleckig.