145: MÜNCHEN – GORTER – GÄSTEBUCH VON LUCIE UND ONNO GORTER

mit zus. ca. 40 Einträgen, mont. Briefen und Postkarten meist von Schauspielern, Musikern, bildenden Künstlern, Schriftstellern und Intendanten, darunter einige Dokumente mit Aquarellen und Zeichnungen. Meist München, ca. 1881-1933. Ca. 21 x 14,5 cm. Ca. 150 Bl. (davon zahlr. weiße). Leicht läd. Ldr. d. Zt. (179)
Schätzpreis: 800,- €
Ergebnis: 1.300,- €


Der Kaufmann Onno Gorter (1852-1930) war der Bruder des Komponisten und Dirigenten Albert Gorter (1862-1936; vgl. den Artikel von Alfons Ott über Gorter in der NDB VI, 647). Der Besitzeintrag auf dem ersten Blatt des Gästebuches stammt von Onnos Frau Lucie und bezeugt die Münchner Adresse Thierschstraße 29/I.

Einer der frühesten Einträge (datiert 11. 4. [18]82) stammt von Josef Kainz (1856-1910), der einige Zeit als persönlicher Vorleser für König Ludwig II. arbeitete, später als Schauspieler aber auch in Berlin und in den USA erfolgreich war. – Weitere Einträge von Schauspielern stammen etwa von Peter Auzinger (1836-1914), Marie Dahn-Hausmann (1829-1914), Friedrich Haase (1825-1911), Ludwig Wüllner (1858-1938) und Clara Ziegler (1844-1909); zu einer jüngeren Generation gehörte nur Karl Ludwig Diehl (1896-1958). – Unter den Bekannten des Paares aus Theaterkreisen finden sich auch der Intendant der königlichen Hoftheater, Ernst Heinrich Possart (1841-1921), oder der Schriftsteller und Regisseur Felix Philippi (1851-1921). Zu den Musikern, die sich teils mit Notenzeilen verewigten, zählen der Komponist Engelbert Humperdinck (1854-1921) und Sänger wie Francesco d’Andrade (1859-1921), Emilie Herzog (1859-1923), Theodor Reichmann (1849-1903), Milka Ternina (1863-1941) sowie Heinrich Vogl (1854-1900) und Therese Vogl (1845-1921). – Besonders attraktive Zeugnisse ihres Könnens hinterließen Maler und Zeichner wie Carl Blos (1860-1941) und Eduard Grützner (1846-1925). Von Arpad Schmidhammer (1857-1921), Karikaturist und Zeichner der "Jugend", stammen eine feine Federzeichnung, datiert 1892, und sechs montierte Postkarten mit Aquarellen und Zeichnungen. – Leichte Altersspuren.