138: FRANZ JOSEPH I., Kaiser von Österreich (1830-1916).

E. Brief mit Paraphe. Dat. Schönbrunn (Wien), 7. 5. 1864. 4º. 2 S. – Doppelblatt. (112)
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An seinen Generaladjutanten Franz Folliot de Crenneville (1815-1888). – "Lieber Graf Crenneville Ich bitte Sie den uns umgebenden uniformierten und dem geheim sein sollenden Überwachungssystem, das sich wieder besonders blühend entwickelt, erneuert Einhalt zu thun. Wenn wir im Garten spazieren gehen, werden wir auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet, wenn die Kaiserin in ihrem kleinen Garten geht oder reitet, steht eine förmliche Plänklerkette hinter den Bäumen und sogar wenn wir spazieren fahren, finden wir an dem Orte unserer Promenade die bekannten Leute, so daß ich jetzt das Rettungsmittel erfunden habe, dem Kutscher beim Wegfahren einen falschen Weg zuzurufen, um den Stabsadjutanten irre zu führen und erst außer dem Schloße den Kutscher anzuweisen, wohin er zu fahren hat. Es ist wirklich eigentlich schon zum Lachen. Abgesehen von dem Eindrucke, den diese Furcht verrathenden, sehr plump und auffällig ausgeführten Maßregeln im Publikum machen müssen, ist diese Staatsgefangenen-Existenz, dieses beständige bewacht und belauert sein, nicht zum Aushalten." – Erste Seite mit Ziffer in Farbstift, gefaltet, Einriß im Bug laienhaft hinterlegt, etw. angestaubt, leicht gebräunt.