136: LAVATER, J. K.,

Dichter und Physiognom (1741-1801). E. Beschriftung im Feld unter einer mont. Tuschezeichnung mit e. Paraphe "L.", dat. 27. 12. 1791. Blattgr.: 15,1 x 10,8 cm; Darstellung: 9,1 x 6,6 cm. (8)
Schätzpreis: 250,- €


"Nicht Louisas wahr, doch zart gebildetes Mädchen" (wohl: Nicht Louisa (e)s ist wahr…). – Die hübsche miniaturhafte Zeichnung zeigt ein Mädchen im Profil nach rechts in Vollfigur, vor einer Art Altarstein auf einer Steinstufe in weiter offener Gebirgslandschaft stehend und wohl im Begriff, aus einem Korb Früchte oder Blumen auf diesem Altar abzulegen. Bei der feinen Darstellung im Stil von Albumblättern könnte es sich durchaus um eine Arbeit des Malers Johann Rudolph Schellenberg (1740-1806) handeln, der für Lavater dessen Physiognomische Fragmente illustriert hat. So hat es ein Vorbesitzer in jüngerer Zeit vermerkt, und wir halten diese Zuweisung durchaus für möglich, und zwar im Sinne einer Gelegenheitsarbeit des Meisters. Mit "Louisa" könnte auf Anna Louisa Karsch, die große Dichterin, die im Oktober des Jahres 1791 verstorben war, angespielt sein. – Alt auf blaues Trägerpapier montiert, rückseitig fremde Beschriftung "Louise?". – Minimal fleckig.