131: FEDER, G., Politiker (1883-1941).

Masch. Brief mit e. U. Dat. Murnau, 7. 11. (19)25. Fol. Eine Seite. – Papier mit Briefkopf "Reichstag / Abgeordneter". (112)
Schätzpreis: 100,- €
regular tax scheme 19% VAT
Ergebnis: 50,- €


An Ber(n)hard Fürstenau in Berlin-Charlottenburg wegen einer Anfrage zu Daten aus seinem Leben für eine Veröffentlichung der deutschvölkischen Verlagsbuchhandlung. – Der Ingenieur und Wirtschaftstheoretiker Gottfried Feder hatte bereits 1919 sein “Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes” veröffentlicht; seit 1924 war er Abgeordneter der NSDAP im Deutschen Reichstag. – Oben mit eigenhändigem Vermerk “Beantwortet mit langem Brief am 12. 11. 1925”. – Unten mit Rostflecken, Faltspuren.

DAZU: DERS. Masch. Brief (Durchschrift). Dat. Murnau, 6. 11. 1925. Fol. 3 S. – 2 Bl. Briefpapier mit Briefkopf “Reichstag / Abgeordneter”. – An seinen Freund, Oberst Jankovic, in Durchschrift als Beilage zum vorliegenden Brief an Fürstenau. – Inhaltsreiches Schreiben zur Propagandatätigkeit für die NSDAP. – Voller Stolz referiert Feder die Erwähnung seiner Person “als Programmatiker der nationalsocialistischen Bewegung” in Hitlers “Mein Kampf”. Nach dem Putschversuch am 9. November 1923 der Beihilfe zum Hochverrat angeklagt, wurde er “unter Anerkennung der vaterländischen Beweggründe” nur zu einer kleinen Geldstrafe verurteilt. Die Arbeit im Reichstag bezeichnet er als “organisierten Volksbetrug”. Er selbst versteht sich als unermüdlichen Propagandisten der Bewegung, berichtet über die Gewinnung von Othmar Spann, den er “für einen der grössten Philosophen aller Zeiten” hält, zum Freund und spricht über den Freundeskreis um Ludendorff, “der wie ein erratischer Block in der Sandwüste der deutschen Gegenwart liegt”. – Etw. fleckig, Faltspuren.