1298: NATIONALSOZIALISMUS – NÜRNBERGER PROZESSE –

"Plaidoyer für die SS-'Schutzstaffel der NSDAP', gehalten vor dem Internationalen Militärgesrichtshof Nürnberg von Rechtsanwalt Horst Plekmann [vielm. Pelkmann] Berlin." Typoskript (hektographiert). Dat. August 1946. Fol. 79 num. Bl. (und "Anlage zum Plaidoyer", 22 num. Bl.) Lose Bl. in altem Umschlag (Gebrauchsspuren). (65)
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Von einem der an den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen beteiligten Rechtsanwälten abgefaßte Verteidigungsrede zugunsten der SS, in der einige interessante Aspekte und Hintergründe zur Sprache kommen, mit dem Ziel, die SS nicht als "ein einheitliches Instrument einer Verschwörung" erscheinen zu lassen, sondern als Organisation, unter deren Dach verschiedene Einrichtungen zusammengefaßt waren. Das Gericht wird daher aufgefordert, "die Frage des verbrecherischen Charakters … für jeden Organisationsteil getrennt" zu prüfen. Ab Seite 59 werden die Konzentrationslager behandelt, wobei behauptet wird, daß "eine absolute Geheimsphäre" das Bekanntwerden der dortigen Vorgänge in der Öffentlichkeit und bei Strafverfolgungsbehörden verhindert habe. Alles sei von den "direkten Befehlen Hitlers" abhängig gewesen. – Die Anlage behandelt "Die Entwicklung der Allgemeinen und Waffen-SS und ihr Verhältnis zu anderen Organisationen in H. Himmlers Machtbereich", darin unter anderem auch über den "Lebensborn" und seine Aufgaben. – Hochinteressante Ausführungen, historisch natürlich durch die Parteinahme sehr mit Vorsicht zu nehmen. – Über den Berliner Rechtsanwalt Horst Pelkmann ist nur wenig bekannt; er war unter anderem Verteidiger im Flick-Prozeß. – Gelocht, leicht gebräunt, mäßige Gebrauchsspuren und gelegentliche Läsuren. – Dazu ein weiteres Typoskript (im Durchschlag) unter dem Titel "Der Schlussakt der Tragödie von Landsberg" (XI num. Bl., nicht dat., wohl von 1951) über die Hinrichtung von sieben Einsatzgruppenführern als Kriegsverbrecher im Jahr 1951 in Landsberg, darunter der SS-Offizier Paul Blobel, der am Massaker von Babyn Jar führend beteiligt gewesen ist. Anonyme Parteinahme gegen die Hinrichtung; die Kriegsverbrecher werden am Ende als "unglückliche Menschen" bezeichnet, was gegen eine sachliche juristische Stellungnahme spricht, sondern eher für das Elaborat eines "alten Kameraden". – Weiterhin beiliegend ein Exemplar der "Grundlegenden Rede" des Hauptanklagevertreters Robert H. Jackson (Frankfurt, Vlg. Das Forum, 1946).