1292: FUX, J. J.,

Gradus ad parnassum oder Anführung zur regelmäßigen musikalischen Composition auf eine neue, gewisse und bisher noch niemals in so deutlicher Ordnung an das Licht gebrachte Art. Aus dem Lateinischen ins Deutsche übers. ... und hrsg. von L. Mizlern. Leipzig, Heinsius, 1797. Mit halbseit. Textkupfer und 57 Bl. gestoch. Noten. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (4)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 200,- €


Vgl. für die deutsche EA 1742: Meusel IX, 195 (Mizler). ADB LII, 429 (Mizler). Eitner IV, 106. Hirsch I, 186. MGG IV, 1164. – Zweite deutsche Ausgabe eines der berühmtesten Werke der Musikliteratur, des wohl “einflußreichsten und langlebigsten aller musiktheoretischen Werke” (Carter/Muir 183). “Ein Generationen durchwirkendes Lehrfundament des k(ontra)p(unktischen) Satzes” (MGG IV, 1172). – Das Werk ist in der Form eines Lehrdialogs (mit 35 Lektionen) zwischen dem Schüler Joseph (= Fux) und dem Lehrer Aloysius (= Palestrina) abgefaßt. – Die zweite deutsche Ausgabe ist wesentlich seltener als die erste, unterscheidet sich aber nur in der neu gesetzten Titelei, der Haupttext ist identisch mit dem der ersten. – Block gelockert, Vorsatz und Titelseite gestempelt, einige Notenblätter mit geringen Randläsuren, gebräunt, etw. fleckig.

Gründlich durchgearbeitetes Exemplar mit zahlr. Unterstreichungen, Marginalien und Interlinearbemerkungen in Bleistift und blauer und roter Tinte durch Ernst Ferdinand Boehmer, einen Musiklehrer in Berlin und “Gesang-Lehrer bei der IV Escadron des Koenigl. Reg(iments) der Gardes du Corps in Charlottenburg”. Diese Einträge und dazu eine Reihe von Bemerkungen zum Wert des Buches in ideeller wie materieller Hinsicht auf dem Spiegel und dem vorderen fliegenden Blatt sind ein ebenso reizvolles wie authentisches lebendiges Zeugnis des generationenlangen Gebrauchswertes von Fuxens Lehrbuch aus den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts.