1280: BEETHOVEN – SAMMLUNG – Drei seltene Drucke

mit Originalkompositionen, untergeschobenen Werken und Bearbeitungen. Ca. 1817-35. Verschied. Formate und Einbände (Gebrauchsspuren). (14)
Schätzpreis: 250,- €
Ergebnis: 125,- €


I. FAVORIT LÄNDLER für das Piano-forte von L. van Beethoven. No. 137. Mainz, Schott, o. J. (Plattennr. 1422, ca. 1820). 4º. 2 Bl. (Titel und 2 S. Notentext, alles lithographiert). – Vgl. Kinsky/Halm, Anh. 14, 3 (hier unter dem Titel "Hoffnungswalzer"). – Erschien als Teil einer von Schotts Söhnen in Mainz sukzessive publizierten Serie von Tanzmusikstücken für Klavier. In dieser Serie finden sich zahlreiche anonyme Stücke, von denen der Verleger eigenmächtig mehrere mit Beethovens Namen versehen hat (vgl. Kinsky/Halm, S. 728).

II. BEETHOVEN, L. VAN, The Manly Heart with Variations for the Piano Forte with Accompaniments for the Flute, and Violoncello. London, Goulding, D’Almaine und Potter, o. J. und Plattennr. (um 1817). Fol. Mit gestoch. Reihentitel und 7 S. gestoch. Notentext (nur die Klavierstimme, ohne die Flöten – bzw. Violoncello-Stimme). – Goulding & Cos. Selection of Beethoven’s Piano Forte Music, Nr. 29. – Vgl. Kinsky/Halm, WoO 46 (hier nicht unter den "Londoner Nachdrucken" aufgeführt). – Sehr seltener Druck der Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen", dem in den wenigen über den KVK nachweisbaren Exemplaren immer die Violoncello- oder Flötenstimme fehlt, so auch dem Exemplar im Bonner Beethoven-Haus (C 252/176,2). Die Datierung des Beethoven-Hauses (zwischen 1810 und 1816) kann zudem nicht stimmen, denn unser Exemplar zeigt ein Wasserzeichen mit Datum 1817.

III. MÜLLER, A., Variations brillantes sur le thême favori: Sehnsuchtswalzer von Beethoven pour le pianoforte, composées et dediées à Mademoiselle Fanny Hagenbuch. Oeuvre 9. Offenbach, André, o. J. (Plattennr. 6004, ca. 1835). Qu.-4º. 17 S. (Titel [in der Paginierung] und Notentext, alles gestochen). – Sehr seltene einzige Ausgabe. – Der Sehnsuchtswalzer, in Wirklichkeit ein Pasticcio aus Werken von Franz Schubert und Friedrich Heinrich Himmel, war ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Beethovens Namen verbreitetes, überaus populäres Musikstück (vgl. Kinsky/Halm, Anhang 14, Nr. 1), das seinerseits von einigen Komponisten zum Gegenstand von Variationenwerken gemacht worden ist, unter anderem von Beethovens Schüler Carl Czerny. – Der aus Erfurt stammende Pianist und Komponist Alexander Müller (1808-1863) war u. a. Schüler von Johann Nepomuk Hummel und ein Freund Richard Wagners. Die vorliegenden Variationen in As-Dur sind von hohem pianistischen Anspruch, wenn auch nicht übermäßig virtuos. – Bibliographisch belegt in C. F. Whistlings Handbuch der musikalischen Literatur, 3. Aufl., Tl. II, Leipzig 1844, S. 209. – Über den weltweiten Katalog nur ein Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien nachweisbar.

Nachgebunden eine Mozart-Ausgabe, erschienen um 1800 bei Goetz in Mannheim: "Trois sonates pour le clavecin ou forte piano avec l’accompagnement d’un violon obligé. Oeuvre II, lib. II" (die Violinsonate C-Dur, KV 296; hier nur die Klavierstimme vorhanden, diese mit gestochenem Titel), weiterhin eine Bearbeitung von Mozarts Quintett Es-Dur für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier, KV 452, für Klavier zu vier Händen durch Christian Traugott Brunner, erschienen bei Breitkopf und Härtel in Leipzig, eine in Amsterdam erschienene Ausgabe von Webers "Einladung zum Tanz" sowie die Nummer 30 aus Diabellis "Favorit Sonaten nach beliebten Opern Themata" für Klavier zu vier Händen.

Beiliegend vom Beethoven-Schüler Ferdinand Ries die "Trois sonates pour le piano-forté, avec violon obligé, composées et dediées à Monsieur Cramer, de Clauspruch, oeuvre 18 [hs. korrigiert: 16]", erschienen in Bonn bei Simrock um 1810 (Plattennr. 726). Seltene erste Ausgabe, aber ohne das Stimmheft der Violine. – Hill, Ries, S. 15. – Leichte bis mäßige Gebrauchsspuren.