127: ERNST, J. W., Philologe und Anthroposoph (1910-1986).

Masch. Brief mit hs. Nachtrag, beides mit e. U. Dat. Taormina, 6./7. 1. 1973. 4º. 8 Seiten masch. (mit einzelnen e. Korrekturen) und eine Seite e. von Hand. (21)
Schätzpreis: 200,- €


An die Reformpädagogin Edith Johanna Geheeb, geborene Cassirer (1885-1982), mit aufschlußreichen Ausführungen über deren bereits 1961 verstorbenen Ehemann, den Reformpädagogen Paul Geheeb, Gründer der Odenwaldschule und der École d’Humanité. Johann Wolfgang Ernst, der Schüler von Marie Steiner gewesen ist, setzt sich im vorliegenden Brief intensiv mit Geheebs Leben und Wirken auseinander und zollt Geheeb höchste Anerkennung: "Die von Paul Geheeb aufgestellte Forderung, Individualität als das Ziel und die Erfüllung des Lebens in Gemeinschaft zu erstreben – dies ist eine geistige Großtat von Paul Geheeb, die Zukunft haben wird." – Der ursprünglich zu Weihnachten 1972 konzipierte Brief wurde erst am 7. Januar des Folgejahres mit einem handschriftlichen Nachtrag versehen und versendet (dieser falsch datiert: "7. 1. 72"). Darin berichtet Ernst über das Befinden seiner Frau Hertha Louise Ernst-Zuelzer (1904-1974), ebenfalls eine Schülerin Marie Steiners, die als Sprachgestalterin und Schauspielerin tätig gewesen ist, in ihren letzten Lebensjahren aber schwer krank war. Der maschinenschriftliche Brief trägt auch ihre Unterschrift. – Gefalzt, leichte Randläsuren, gering fleckig, der hs. Nachtrag mit einigen Einrissen, am oberen Rand ein Einriß mit Klebestreifen hinterlegt. – Beiliegend ein Umschlag mit zwei Bildpostkarten, die Paul Geheeb im Alter von 90 Jahren zeigen, die eine rückseitig mit eigenhändigem Schreiben mit Unterschrift von Edith Geheeb (datiert 1. 11. 1975) an den Philologen Ernst Zinn (1910-1990), aus dessen Nachlaß auch der Brief von Johann Wolfgang Ernst stammt.